Pachyrhinus javeti
Familie: Curculionidae / Entiminae / Polydrusini
Verbreitung: Balearen.
Auf den Balearen kommen drei Arten der Gattung vor:
Hiervon ist die letztere in Südfrankreich und Südspanien auf Kiefern etwas weiter verbreitet, die beiden ersten sind Balearen-Endemiten.
Allerdings scheint mir die Unterscheidung dieser Arten ziemlich unklar zu sein und die Angaben der unterschiedlichen Autoren sind teils widersprüchlich. Nach López (1958) ist P. javeti auf den Balearen die häufigste Art, die fast überall auf Pinus halensis angetroffen werden kann. Die Tiere, die ich aufgesammelt habe, fand ich stets an verschiedenen Standorten in großer Menge, weshalb ich sie hier als P. javeti bezeichne.
Wie ist also der Unterschied zwischen javeti und squamosus? Die Originalbeschreibung von Desbrochers des Loges (1871) ist ziemlich dürftig und gibt keine Anhaltspunkte. In der Literatur, die ich gefunden habe, werden folgende Merkmale genannt:
| squamosus | javeti | |
| Schaufuss (1876) | Oberseite mit bräunlichen und silberweißen Flecken. Seiten des Halsschilds in der Mitte erweitert. 6,5-8,5 mm. |
(dort als balearicus) Oberseite matt grau, bräunlich gefleckt. Seiten des Halsschilds gleichmäßig gerundet. 4,5-6,5 mm. |
| Meyer (1896) | Augen rund oder sehr schwach oval. Oberseite heller oder dunkler grau beschuppt. 4,5-5 mm. |
Augen länglich oval. Oberseite heller oder dunkler grau beschuppt. Seiten des Halsschilds sehr schwach gerundet. 5-6 mm. |
| Schilsky (1911) | Augen fast rund. Oberseite gleichmäßig hellgrau und bräunlich gefleckt. Seiten des Halsschilds der ♀ stärker gerundet. 4,0-6,5 mm. |
Augen länglich oval. Flügeldecken an der Naht vorherrschend weiß. Seiten des Halsschilds der ♀ sehr schwach gerundet. 4,5-6,5 mm. |
Meine Exemplare von Mallorca zeigen alle die von Schilsky beschriebene weiße Naht. Allerdings findet man diese auch auf vielen, wenn auch nicht allen Bildern von squamosus vom europäischen Festland. Der Halsschildseitenrand scheint bei squamosus eher variabel zu sein, und der Unterschied zwischen den Augenformen vielleicht nur im direkten Vergleich zu erkennen.
Die Beschreibung von lopezi kann man auch bei López (1958) finden. Die Art hat grau-rosa Schuppen und einen konisch verjüngten Rüssel, alles Merkmale, die auf meine Exemplare ebenfalls zutreffen. Die rosa Verfärbung kann man hier z.B. auf dem Halsschild gut erkennen, an den Seiten ist sie noch deutlicher.
Ich selber habe keine Exemplare in Südfrankreich oder in Spanien gesammelt. Der Literaturlage nach ist mein Eindruck aber, dass es sich bei den oben genannten drei Arten um Varianten ein und derselben Art handeln könnte. Klarheit wird hier wohl nur eine phylogenetische Untersuchung bringen.