Bild der Woche / 21.7.2005

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Hier sieht man die unreifen Schötchen eines Wiesen-Bärenklaus (Heracleum sphondylium). Sehr deutlich sieht man den Fruchtblattaufbau eines typischen Doldenblüters: Die zwei Griffel sitzen auf einem hier scheibenförmigen, glänzenden Griffelpolster, dem "Stylopodium". Darunter folgt dann der unterständige Fruchtknoten, hier in Form von flachen Schötchen.

Wie die anderen Bärenklau-Arten und in verschiedenen Intensitäten auch andere Doldenblüter kann der Saft des Wiesenbärenklaus die sog. "Wiesengräserdermatitis" verursachen. Diese Krankheit wird durch eine bestimmte Stoffgruppe, den "Furocumarinen", bewirkt, die in besonders hoher Konzentration in den unreifen Früchten vorhanden ist. Sowohl bei Einnahme als auch bei Berührung verursachen sie in Zusammenhang mit gleichzeitiger oder nachfolgender Sonneneinstrahlung (genauer: deren UV-Anteil) brennende und juckende Rötungen. Später ist Blasenbildung möglich. Die Hautveränderungen heilen aber in 1-2 Wochen wieder ab.

Diese phototoxische Reaktion des Saftes hat dazu geführt, daß ein naher Verwandter des Wiesen-Bärenklaus, der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) in die Schlagzeilen geriet.

(Bild vom Juni 2005 von einer Rheinwiese in Bonn-Beuel.)

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by Michael Becker, 7/2005. Letzte Änderung: 7/2005.