Homepage     Färöer(Titelseite)

Geschichte der Färöer (Kurzfassung)

Für eine relativ ausführliche Darstellung der Geschichte s. [gors].

Irische Mönche

Die ersten Bewohner der Inselgruppe waren vermutlich Mönche irischer Herkunft, die sich gegen 700 dort als Einsiedler niederließen. Sie brachten die Schafe auf die Inseln.

Die scheinbar einzigen Hinweise darauf findet man bei einem Chronisten namens Dicuil, der 825 schreibt, daß man mit einem Boot bei gutem Wetter zwei Tage von Nordengland aus benötigt, um zu einer Inselgruppe zu gelangen, die seit hundert Jahren von Mönchen bewohnt wird, und auf der es ansonsten nur Seevögel und Schafe gibt.

Diucil erwähnt auch Überfälle norwegischer Wikinger. Diese haben scheinbar schließlich zur Vertreibung der Mönche geführt. Daß sie noch anwesend waren, als die Wikinger die Inseln entdeckten, kann man an Ortsbezeichnungen wie "Munkasteinurin" erkennen.


Wikinger

Von der Zeit der Landnahme durch norwegische Wikinger berichtet einzig die sog. Färinger-Saga, die im 13Jh. in Island verfaßt wurde.

Nach dem Jahre 800 schien die Inselgruppe zeitweise von Wikingern bewohnt worden zu sein, die später nach Island weiterzogen. Später wurde sie dann von Bauerfamilien, die vermutlich aus von den Norwegern eroberten Gebieten in Nordengland und Irland kamen, dauerhaft besiedelt.

Ca. im Jahr 1000 wurden die Färöer christianisiert und kamen wieder unter norwegische Herrschaft. Die Färöer gehörten zunächst einmal zum Erzbistum Bremen-Hamburg. Später bekamen sie einen eigenen Bischofssitz in Kirkjubøur unweit der Thingstätte auf dem Tinganes. Kirkjubøur wurde in der Folgezeit das geistige und weltliche Zentrum der Inseln. Die Kirche zog die Steuern für die norwegische Krone ein, und brachte bis zur Reformation ca. 40% des Landes in ihren Besitz.

1350 erreichte die Pest, die auch den Rest Europas verwüstete, die Färöer. Wie überall wurde auch hier ca. 1/3 der Bevölkerung hinweggerafft. Da die kleinen Dörfer oft schon beim unerwarteten Tod von zwei oder drei Personen aufgegeben werden mußten, verwaisten viele Orte völlig.

1535 erreicht die Reformation Norwegen. Per Dekret wurden auch die Inseln protestantisch. Die Bischöfe wurden abgesetzt, und das Land der Kirche säkularisiert. Nun bezog also der Staat die Pachtgelder weiter, die vorher die Kirche bekommen hatte.


Das Handelsmonopol

1380 wurde Norwegen durch Personalunion mit Dänemark vereint.

Unter dänischer Herrschaft wurde das Leben auf den Inseln durch das Handelsmonopol geprägt: Mit den auf Importe angewiesenen Färöern durfte nur ein bestimmter Kaufmann handeln. Dieser konnte folglich die Preise fast nach Belieben diktieren, da die Färöer auf Holz- und Getreideimporte angewiesen waren. Meist trieben diese Leute auch direkt die Abgaben für die dänische Krone ein.

Besonders schlimm trieb es die Hamburger Kaufmannsfamilie Gabel, die das Monopol 1665-1708 besaß. Diese Zeit gilt als die schwärzeste in der färingischen Geschichte. Die Bevölkerung war nun verarmt und beim Monopol hochverschuldet. Danach übernahm der dänische Staat selber das Handelsmonopol.


Handel und Fischfang

Es ist nicht verwunderlich, daß sich die Färöer früh für den Freihandel einsetzten. Teilweise betrieben die Inselbewohner sogar offen Schmuggel.

Insbesondere trat ein Mann names Poul Poulsen von der Insel Nolsoy für diese Idee ein. Er gilt heute als Nationalheld auf den Inseln. Er initiierte außerdem den kommerziellen Fischfang und brachte Pockenimpfstoff auf die Inseln. Hierdurch und durch die Einführung der Kartoffel, die die Inselbewohner unabhängiger von den Getreideimporten machte, verbesserte sich die Situation auf den Inseln wesentlich.

1856 wurde das Handelsmonopol aufgehoben. Die Geschäfte wurden aber nach wie vor durch dänische Handelsgesellschaften gelenkt und das Kapital durch sie abgeschöpft.


Die Moderne

1848 wurde Dänemark zur konstitutionellen Monarchie, 1852 wurde das Inselparlament Løgting wieder eingesetzt.

Während des 1. Weltkrieges gab es auf den Inseln die ersten Arbeitskämpfe, da die Klippfischhersteller wegen steigender Salzpreise ihre Löhne gesenkt hatten.

Während des gesamten 2. Weltkrieges waren die Färöer vom besetzten Mutterland abgeschnitten, und (bis auf 3 Tage deutscher Besatzung) von Großbrittanien besetzt. Die Verwaltung der Inseln hatte die Wirtschaft auf (weitgehende) Selbstversorgung umgestellt, und Großbrittanien vertrat Dänemark als Geld- und Kreditgeber, und importierte färingischen Fisch. So ging es den Färingern im Krieg besser als vorher.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs gab es deshalb eine starke Autonomiebewegung. Es wurde eine Volksbefragung durchgeführt, die eine knappe Mehrheit für die Loslösung von Dänemark ergab. Der dänische Staat akzeptierte dies wegen der geringen Wahlbeteiligung jedoch nicht und schickte ein Kriegsschiff. Es wurde eine zweite Volksbefragung durchgeführt, die nun eine knappe Mehrheit für den Verbleib bei Dänemark ergab.

Die Färöer wurde nun teilautonomes Gebiet unter der dänischen Krone. Die Verhältnisse zwischen Dänemark und den Inseln werden im sog. Selbstverwaltungsgesetz geregelt. Viel Färinger fühlen sich aber mehr mit Island oder Norwegen verbunden als mit Dänemark.


Homepage     Färöer(Titelseite) by Michael Becker, 4/1998. Letzte Änderung: 1/1999.