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Natur auf den Färöern


Wetter

"Nach zwei Wochen auf den Färöern schauen wir mit gemischten Gefühlen auf unseren Urlaub zurück. Das Wetter vermasselte uns mehr als eine Tour. Wenn es nicht regnete, war es neblig. Und nun verbringen wir unfreiwillig eine weitere Nacht in dieser Herberge, da unser Flug wegen schlechten Wetters gestrichen wurde."
(Auszug aus dem Gästebuch der Jugendherberge in Sandavágur)

Temperaturen

Wegen der Lage im Golfstrom sind die Temperaturen auf den Färöern relativ mild. Die niedrigsten durchschnittlichen Lufttemperaturen werden Februar/März mit 3°C gemessen, die höchsten Juli/August mit 11°C. Die Wassertemperaturen schwanken zwischen 7°C und 10°C. Die höchste gemessene Temperatur lag bei 24°C, 20°C warme Sommertage kommen öfter mal vor.

Insbesondere bleibt selbst im Winter Schnee nur selten länger als einen Tag liegen.

Nebel auf den Färöern

Niederschläge

Über die Färöer wandern genau die Tiefdruckgebiete des Nordatlantiks. (Dies kann man auf den Europakarten der Wettervorhersagen im Fernsehen sehr schön beobachten, und sich freuen, daß es bei uns besser ist.) Dies hat abgesehen von schnellen Wetteränderungen auch große Niederschlagsmengen zur Folge. Die Niederschlagsmenge schwankt zwischen ca. 900mm (Suðuroy) und 2700mm (in den Bergen bei Klaksvik). (Zum Vergleich: Bremen 700mm.)

Man sollte damit rechnen, daß man an zwei von drei Tagen Regenzeug braucht. Prasselnder Regen kommt nicht häufiger vor, als bei uns. Meist besteht der Regen aus sehr feinen, dichten Tropfen, der vom Wind in jede Ritze der Kleidung getragen wird.

Nebel

Nebel gibt es auf den Färöern fast jeden Tag. Oft verhüllt er tagelang alles, was höher als 50m aus dem Meer ragt. Torshavn liegt durchschnittlich an 64 Tagen im Jahr unter Nebel. (Im Gegensatz zu dem, was in [gors] steht, habe ich häufig weite und langandauernde Nebel erlebt.)

Wind

Der Wind auf den Färöern ist nicht stärker als anderswo am Meer. Lediglich in Tälern oder Fjorden können durch Düsenwirkung ausgesprochen hohe Windgeschwindigkeiten auftreten. Der Wind weht vornehmlich von Westen.



Flora

Die Flora der Färöer ist nicht sonderlich interessant. Es gibt ca. 400 verschiedene Pflanzenarten. Darunter befinden sich keine hocharktischen und kaum endemische.

Die Vegetation der Inseln besteht aus weitläufigen Grasmatten, deren Charakterarten von der Topographie des Geländes abhängen (so dominiert in sehr sumpfigen Gebieten z.B. das Wollgras). Moose und Flechten sind ebenfalls weit verbreitet. Sämtliche Bäume dagegen sind angepflanzt und müssen durch Zäune gegen den Verbiß durch Schafe geschützt werden.


Fauna

Insekten

Es gibt nur wenige und kleine Insekten auf den Färöern. Besonders auffällig ist, daß es auf keiner der Inseln Steckmücken gibt. Das auffälligste Insekt ist eine orange-braune Fliege, die sich auf Schafskötteln paart.

Reptilien

Gibt es keine auf den Färöern.

Säugetiere

Abgesehen von den Nutztieren (Schafen, Rindern, Schweinen, Hunden und Katzen) gibt es Ratten, Mäuse und Kaninchen. Im Meer gibt es Wale und Robben.

Unter den Nutztieren sind Schafe die verbreitetsten. Schweine und Katzen sind eher selten. Bei den Hunden macht sich die jahrhundertelange Inzucht bemerkbar: Alle Hunde auf den Färöern sehen gleich aus (ähnlich kleinen Collies mit schwarz-weiß-geschecktem Fell), und sie verhalten sich anders als normale Hunde.

Vögel

Papageientaucher

Auf den Färöern gibt es gut 200 Vogelarten, darunter natürlich hauptsächlich Seevögel. Einige Arten sind mit Färöer-spezifischen Unterarten vertreten. Abgesehen von den vielen Möwenarten sind Eissturmvögel besonders häufig. Weiter gibt es Papageientaucher, Alke, Lummen, Seeschwalben, Baßtölpel etc..

Unter den Landvögeln befindet sich der Wappenvogel der Föröer, der Austernfischer (Bild unten), der auch im Flug sehr gut an der auffälligen Zeichnung auf der Oberseite der Schwingen zu erkennen ist. Abgesehen davon gibt es Enten, Regenpfeifer, Kibitze, Sumpfschnepfen usw..


Austernfischer


Geologie

Die Färöer gehören zum Wywill-Thompson-Rücken, dem nordatlantischen Basaltrücken, der sich von Schottland über Island nach Grönland erstreckt. Dieser entstand durch vulkanische Aktivitäten und besteht nun aus Lava- und Ascheschichten einer Dicke von ca. 3km. Heute liegt der Rücken durchschnittlich 200m unter der Meeresoberfläche.

Es gab drei Perioden starker vulkanischer Aktivitäten. Die Basaltschichten dieser Perioden unterscheiden sich in ihrer Härte: Diejenige der mittleren Periode enthält besonders viel Tuff und ist deshalb weicher. Da sich die Gesteinsschichten geneigt haben, tritt in Suðuroy und Mykines die älteste Schicht zutage, auf den Hautpinseln die mittlere, und auf den Nordinseln die jüngste. Vulkankegel gibt es allerdings auf den Färöern nicht: Die vulkanischen Aktivitäten gingen von Spalten aus.

Das heutige Aussehen der Färöer prägten sehr stark die Eiszeiten. Die Färöer hatten ihre eigenen Eismassen, die nicht der nordeuropäischen Eisdecke zusammengingen. Es ist aber unklar, ob sie die ganzen Färöer bedeckten. Das Eis formte die typischen U-förmigen Trogtäler. Nach dem Ende der Eiszeit stieg der Meeresspiegel, flutete viele solcher Täler und bildete auf diese Weise wie in Norwegen Fjorde. Moränen und Sander findet man auf den Inseln nicht mehr, da sie entweder überflutet wurden oder erodiert sind.

Die am stärksten erodierende Kraft ist heute das Wasser: Die Wellen haben zahlreiche Felsnadeln, Steilküsten, Grotten etc. gebildet. Regenwasser zerklüftet alle Hänge.


Homepage     Färöer(Titelseite) by Michael Becker, 4/1998. Letzte Änderung: 12/1998.