Myurium hochstetteri

Myurium hochstetteri (Schimp.) Kindb., welches einen Fels umwuchert. Es handelt sich um eine Art, die es nur auf den Hebriden, an der schottischen Westküste, den Kanaren und Madeira gibt, sowie sehr selten an der irischen Westküste.

Die Abstammung der Moose

In dieser Datei gebe ich einen kurzen Überblick darüber, wie man sich im Augenblick vorstellt, daß die verwandtschaftlichen Beziehungen innerhalb des Pflanzenreiches insgesamt sind. Allerdings muß ich dazu sagen, daß man hiervon nur ganz ungefähre Vorstellungen hat.

Bis zu den Grünalgen

In der Zeit von vor 3 Milliarden bis vor 2 Milliarden Jahren entstanden die ersten echten Zellen (Eucaryota). Ziemlich schnell spalteten sich diverse Gruppen ab: die Tiere, die Pilze (Eumycota), Schleimpilze (Myxomycota), weitere Pilzgruppen und diverse Algengruppen, die ich jetzt nicht alle aufzählen kann.

Vor ca. 1 bis 2 Milliarden Jahren hatten sich die Grünalgen (Chlorophyta) gebildet, eine Gruppe von Pflanzen, die mit grünem Chlorophyll Photosynthese trieben. Nun dauerte es eine ganze Weile, bis es in der Atmosphäre so viel Sauerstoff gab, daß das Festland besiedelt werden konnte. Dies war vor 400-450 Millionen Jahren der Fall.

Moose und Farnartige

Zu dieser Zeit vor 400-450 Millionen Jahren scheinen die Moose und die Farnartigen -zunächst vertreten durch die Psilophyten- entstanden zu sein. (Die Blütenpflanzen entstanden erst sehr viel später vor rund 150 Millionen Jahren.) Der Verwandtschaftsgrad zwischen diesen ist im Moment Gegenstand der Spekulation. Immerhin gibt es einige recht auffällige Ähnlichkeiten:

  1. Es sind beides primär Landpflanzen.
  2. Beide haben einen heteromorphen Generationswechsel
  3. Beide Gruppen bilden als weibliche Geschlechtsorgane flaschenförmige Archegonien und als männliche Geschlechtsorgane keulen- oder kugelförmige Antheridien.

Außerdem gibt es noch eine kleine Reihe weiterer zytologischer Merkmale, die sich diese Gruppen teilen.

Aufgrund der Assimilationspigmente der Pflanzen kann als gesichert jedenfalls gelten, daß beide Gruppen ihren Ursprung in den Grünalgen haben. Eine andere Möglichkeit ist zur Zeit eigentlich nicht vorstellbar. Aufgrund obiger Gemeinsamkeiten vermutet man außerdem, daß sie innerhalb der Grünalgen einen gemeinsamen Vorfahren hatten, der ev. ebenfalls schon auf dem Land lebte. Diesen hypothetischen Ahn nennt man nach der Ausbildung der Archegonien Präarchegoniat.

Früher nahm man an, daß die Farnartigen von den Moosen abstammen würden. Nach heutigem Kenntnisstand erscheint dies aufgrund der sehr verschiedenen Ausgestaltung der Generationswechsel so gut wie unmöglich.

Die Moosgruppen

Sehr schnell nachdem sich die Gruppen der Farnartigen und der Moose aus den Grünalgen gebildet hatten, scheinen sich die drei Moos-Gruppen, die Hornmoose, Lebermoose und die Laubmoose voneinander getrennt zu haben. Noch vor einiger Zeit vertrat man allerdings eher die Auffassung, daß sich diese drei Gruppen erst deutlich später voneinander getrennt haben.

Der Grund für diese Unsicherheiten ist, daß fossile Moose äußerst selten sind. Einerseits besitzen sie nämlich keine stabilen (mit Lignin durchsetzen) Organe oder eine Cuticula, sondern die Blättchen und Thalli sind sehr zart. Andererseits bewohnen sie auch nicht wie viele Algen Standorte, bei denen die Pflanzen unter einer luftdicht abschließenden Schicht Schlamm konserviert werden. Insgesamt gibt es deshalb viel weniger fossile Moose als fossile Algen.

Die ältesten fossilen Moose sind aus dem Oberdevon (vor ca. 400 Millionen Jahren) bekannt. Es handelt sich dabei sowohl um thallöse wie beblätterte Lebermoose. Die ältesten Laubmoose sind ca. 300 Millionen Jahre alt. Alle gefundenen Moose ähneln bereits heutigen Gattungen. Die drei Klassen von Moosen scheinen also schon damals völlig entwickelt gewesen zu sein. Primitive Formen, die einen Übergang zu den Grünalgen oder anderen Pflanzengruppen darstellen könnten, sind überhaupt nicht bekannt.

by Michael Becker, 6/2000. Letzte Änderung: 4/2001.