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Einige Oxalis-Arten

Im Augenblick gibt es hier nur die einheimischen Oxalis-Arten, einige, die im Mittelmeergebiet beheimatet sind, und zwei Zierpflanzen.


Bestimmungsschlüssel

Mitteleuropäische wilde Arten

  1. Blüten gelb
    1. Pflanze aufrecht.... O. stricta
    2. Pflanze kriechend.... O. corniculata
  2. Blüten weiß, höchstens leicht rosa.... O. acetosella

Europäische wilde Arten und wichtige Zierpflanzen

  1. Blüten gelb.
    1. Pflanzen mit deutlichen oberirdischen, beblätterten Stengeln
      1. Blätter mit Nebenblättern
        1. Pflanze kriechend und an den Knoten wurzelnd.... O. corniculata
        2. Pflanze aufrecht oder aufsteigend. Höchstens wenig wurzelnd..... O. dillenii
      2. Blätter ohne Nebenblätter.... O. stricta
    2. Pflanzen ohne oberirdischen, beblätterten Stengel (Knollen- oder Zwiebelpflanzen). Lediglich die Blüten sitzen auf einem unbeblätterten, aus dem Boden kommenden Stiel.... O. pes-caprae
  2. Blüten weiß, rosa, rot oder purpurn. Höchstens am Grunde gelb.
    1. Blätter dreiteilig.
      1. Blättchen rundlich herzförmig, vorne deutlich ausgerandet. Krone weiß, höchstens rosa geadert. Pflanze der Wälder Mitteleuropas.... O. acetosella
      2. Blättchenhälften deutlich spitz dreieckig, mit einem stumpfen Winkel am Ende der Rippe, meist dunkel purpurn. Krone meist rosa. Zierpflanze.... O. triangularis
      3. Blättchen vorne breit abgerundet, nicht oder nur wenig ausgerandet. Krone purpurn. Pflanze in Europa nur im südlichen Mittelmeergebiet.... O. purpurea
    2. Blätter vierteilig. O. deppei

Oxalis acetosella L.

Oxalis acetosella

Deutsche Namen: Wald-Sauerklee, Hasenklee, Kuckucksklee.

Blumenkrone weiß, ev. rosa geadert oder am Grunde mit einem gelben Fleck. Ca. 1,5cm im Durchmesser. Außerdem gibt es noch kleistogame Blüten, die auf einem kürzeren Stiel sitzen, nach unten neigen, und sich nicht öffnen. Blütezeit ist April-Mai. Die Kapseln sind ca. 5-7mm hoch und 4-5mm breit. (Unten auf einem Bild sind zwei solche Kapseln zu sehen.)

Die Pflanze hat einen kriechenden Wurzelstock, aus dem direkt die Blätter sprießen. Der Wurzelstock ist durch die fleischig verdickten Überreste der alten Blattstielbasen gezähnt. (Es ist unten auf dem Bild zu sehen.) Einen Stengel gibt es bei dieser Art nicht. Am Grunde der Blattstiele sitzen zwei kleine, schuppenförmige Vorblätter. Die Blätter sind dreiteilig, mit breit herzförmig ausgerandeten Abschnitten.

Die Art kommt bei uns an mehr oder weniger schattigen Stellen in Wäldern aller Art recht häufig vor. Verglichen mit anderen Pflanzen braucht sie nur sehr wenig Licht. Angeblich erreicht sie schon bei 10% des Tageslichts ihre volle Photosynthese-Leistung. Sie ist mehrjährig und überwintert mit unter der Erdoberfläche liegenden Knospen (Hemikryptophyt). Sie ist in den mittleren und hohen Breiten der Nordhalbkugel verbreitet.

Oxalsäure

Das Blatt von Oxalis acetosella befindet sich als "shamrock" im Wappen Irlands. Am Tag des irischen Schutzheiligen, St. Patrick, steckt man sie sich an den Hut. Vor der Christianisierung war es angeblich eine heilige Pflanze der keltischen Druiden. St. Patrick benutzte das Kleeblatt aber, um den Iren die Dreifaltigkeit zu erklären, und als Symbol für das Kreuz. Außerdem werden an diesem Tag "shamrock-Suppen" und "shamrock-Torten" gegessen, welche aber praktisch nie Blätter des Sauerklees enthalten, weil diese leicht giftig sind. S.u. Früher hat man aber durchaus ein paar Blätter als Zugabe in den Salat gegeben.

Die Blätter von Oxalis acetosella enthalten Oxalsäure, eine der einfachsten Carbonsäuren, weshalb sie auch sauer schmecken. Früher wurden sie (z.B. im Schwarzwald) zur Gewinnung von technischer Oxalsäure gesammelt. Für 1g Oxalsäure brauchte man ca. 300g Oxalis-Blätter. Der Gehalt an Oxalsäure macht die Blätter, in größeren Mengen genossen, auch giftig (genau wie Rhabarber- oder Sauerampfer-Blätter). Und zwar verbindet sich die Oxalsäure mit Calcium zu Calciumoxalat und kann hierdurch den Calcium-Haushalt des Körpers stören. In besonders krassen Fällen kann es sogar zu Herzschädigungen kommen. Als Gegenmittel helfen Calcium-haltige Substanzen wie Kreide oder Milch. Es kann dann aber zu Nierenschädigungen durch die Verstopfung der Nierentubuli mit Calciumoxalat kommen. Oxalsäure kann außerdem zur Bekämpfung gegen Varroa-Milben in Bienenstöcken eingesetzt werden. Allerdings ist ihr Einsatz zumindest in Deutschland und Österreich (aus gesundheitlichen Gründen?) verboten. (Stimmt das?)

Die beiden folgenden Bilder stammen aus einem Wald in der Nähe von Monschau. Sie könnten aber genausogut überall anders aufgenommen worden sein. Die Art kommt in allen Wäldern vor.

Rhizom von Oxalis acetosella Kapseln von Oxalis acetosella



Oxalis corniculata L.

Blüte von Oxalis corniculata

Deutsche Namen: Horn-Sauerklee, Gehörnter Sauerklee.

Blumenkrone gelb, ca. 7mm im Durchmesser. Blütezeit ist Juni bis September. Allerdings öffnen sich die Blüten meist nur bei gutem Wetter richtig. Die Kapseln sind ca. 12-15mm hoch und 4-5mm breit. Die Blütenstiele werden durch ein Gelenk am Grunde nach der Blühzeit meist nach unten geklappt. Bei Reife der Kapsel richten sie sich wieder auf.

Die Pflanze hat einen weit kriechenden Hauptsproß (10cm bis angeblich 50cm), der an den Knoten wurzelt. Die gesamte Pflanze ist meist dunkel rötlich überlaufen. Sie ist von kurzen Härchen weichhaarig. Die Blätter sind wechselständig. Die Blattspreite ist dreiteilig, und die Blättchen sind von der Form her länglich und umgekehrt herzförmig.

Oxalis corniculata war ürsprünglich in Nordindien und Südwestchina beheimatet. Er ist aber in alle wärmere Gebiete der Erde eingeschleppt worden und hat sich dort so breit gemacht, daß er als Unkraut betrachtet werden kann. Zu uns ist er aus dem Mittelmeergebiet eingewandert. Er wächst an warmen und mäßig trockenen Stellen, wie in Pflasterritzen, unter Mauern, an Ruderalstellen und in Gärten. Sogar in Blumentöpfen kann er sich breit machen. In Gärtnereien kann er als gefährliches Unkraut auftreten. Die Pflanze ist einjährig oder überwintert mit unterirdischen Organen.

Die beiden Aufnahmen habe ich in Schwarzrheindorf bei Bonn gemacht. Die Pflanze wuchs in einer Pflasterritze am Grunde einer Garteneinfassung. Während ich gerade flach auf dem Boden lag und die Photos machte, kamen zwei berittene Polizisten vorbei...


Oxalis corniculata auf einem gepflasterten Gehweg


Oxalis deppei

Deutscher Name: Glücksklee.

Synonyme: Oxalis tetraphylla.

Ein recht charakteristisches Merkmal dieser Art sind die vierteiligen Blätter. Wegen diesen wird die Art meist als "Glücksklee" bezeichnet. Die Blätter sind sehr langstielig (bis 25cm). Sie entspringen direkt am Boden, denn die Pflanze hat keinen Stengel. Meist haben sie eine deutlich vom grünen Untergrund abgesetzte braune basale Zone (im Bild nur als schwach sichtbarer brauner Querstreifen ausgebildet). Die Blattunterseite ist graugrün. Die einzelnen Blattabschnitte sind breit umgekehrt herzförmig.

Die Blüten sitzen in Scheindolden zu 5-12 auf einem 20-40cm hohen Blütenstand. Die Farbe der Blütenblätter ist rosa bis purpurn. Es gibt allerdings auch eine reinweiße Sorte ("Alba"). Der Durchmesser der Krone beträgt 2-3cm. Blütezeit ist in Mitteleuropa Juli bis September oder Oktober.

Am Grunde kurz unter der Erde sitzt eine rübenförmig verdickte Wurzel, die im Herbst zahlreiche Brutzwiebeln bildet, mit deren Hilfe die Pflanze sich vegetativ vermehrt. In milderen Klimaten überwintert die Pflanze mit dieser Knolle.

Die aus Mexiko stammende Art wurde im letzten Jahrhundert als Zierpflanze in Europa eingeführt. Sie ist nicht winterhart: Bei Temperaturen unter -5° sterben die Wurzelknolle und die Brutzwiebeln ab. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt können die Pflanze empfindlich schädigen. Ab April kann man sie aber ins Freie setzen. Außer als Gartenpflanze hat die Art vor allem gegen Weihnachten und Neujahr Bedeutung als Zimmerpflanze. Im Zimmer und zumal in der dunklen Jahreszeit verliert sie jedoch sehr schnell ihr nettes Aussehen. Die beliebtesten Sorten sind "Braunes Herz", "Iron Cross" und "Alba".

Oxalis deppei


Oxalis dillenii Jacq.

Synonyme: Oxalis navieri Jord., Oxalis corniculata var. dillenii (Jacq.)Gams, Oxalis stricta var. navieri (Jord.)Knuth.

Deutscher Name: Dillenius Sauerklee.

Diese Art habe ich selber noch nie gesehen. Deshalb kann ich nicht allzu viel über sie sagen.

Die Blumenkrone ist gelb. Die Kapseln sind 15-25mm hoch. Blütezeit ist Juli bis Oktober.

Von der Wuchsform sind die Pflanzen niederliegend bis aufsteigend, jedoch nicht wie Oxalis corniculata wurzelnd, 10-30cm hoch. Die Blätter stehen gegenständig oder gebüschelt.

Diese Art stammt ursprünglich aus Nordamerika. Inzwischen kommt sie in allen gemäßigten und warmen Gebieten der Erde vor. In Deutschland ist sie bisher nur ein einigen wenigen Stellen gefunden worden. Sie wächst in Park- oder Gartenrasen, in Gebüschsäumen und an Wegrändern. Sie ist einjährig.


Oxalis pes-caprae L.

Oxalis pes-caprae

Synonyme: Oxalis cernua Thunb.

Deutscher Name: Nickender Sauerklee.

Die gelben Blüten dieser Art haben einen Durchmesser von ca. 1,5cm. Häufig sind sie gefüllt (var. pleniflora Lowe). Sie sitzen in 5-10-blütigen Dolden auf einem unbeblätterten, 5-15cm hohen Stiel. Oft sind sie leicht nickend. Eine Kapsel wird nur selten gebildet. Die Kapseln sind kurz. (Genau Größenangaben?)

Die langstieligen (meist 10-15cm) Blätter kommen ebenfalls direkt aus dem Boden. Die drei Fingerblättchen sind länglich herzförmig. (Auf dem Bild sind eher untypisch kurzstielige Blätter zu sehen.)

Die insgesamt 5-15cm hohe Pflanze bildet sich aus einer tief im Boden sitzenden kleinen Knolle. Aus dieser entspringt jährlich ein Sproß, der an die Erdoberfläche wächst und dort die Blattrosette bildet. Außerdem entstehen kleine Tochterknollen. Hierdurch bildet die Art häufig ausgedehnte, und durch ihren reichen, gelben Blütenflor auffallende Bestände.

Die Art stammt ursprünglich aus Südafrika, ist aber inzwischen in weiten Teilen des Mittelmeergebietes eingebürgert, wo sie ein gefährliches Unkraut ist. Sie wächst besonders gut auf tiefgründigen und nicht zu trockenen Böden, beispielsweise am Rande von bewässerten Feldern oder in der Nähe von Gärten, und kann dort Massenbestände bilden.



Oxalis purpurea L.

Oxalis purpurea

Synonyme: Oxalis variabilis Jacq.

Die Blüten dieser attraktiven Art sind tief purpurn bis rot. Häufig sind sie am Grunde gelb. Sie stehen einzeln und sind groß: Die Kronblätter sind 2,5-3-5cm lang. Meist ist die Krone nicht flach ausgebreitet, sondern gedreht trichterförmig.

Die 10-20cm lang gestielten Blätter sind dreiteilig. Die Abschnitte sind vorne abgerundet oder flach, jedenfalls nicht wie bei den anderen Arten herzförmig ausgerandet (höchstens ganz wenig ausgerandet). Sie sind alle grundständig.

Die ursprünglich aus Südafrika stammende Pflanze besitzt unterirdische Knollen, mit denen sie überwintert. Tiefe Temperaturen verträgt sie allerdings nicht, weshalb sie hier nur im südlichen Mittelmeergebiet vorkommt. Insgesamt kommt sie heutzutage in allen ihr zusagenden Gebieten (Amerika, Australien) vor. Sie bevorzugt halbschattige bis schattige und feuchte Stellen. Das Photo hat meine Schwester in einem schattigen Straßengraben auf Madeira gemacht.



Oxalis stricta L.

Oxalis stricta

Synonyme: Oxalis europaea Jord., Oxalis fontana Bunge.

Deutscher Name: Europäischer Sauerklee, Steifer Sauerklee.

Die Blüten dieser Art sind gelb und haben einen Durchmesser von ca. 7mm. Blütezeit ist Juni bis Oktober. Die Kapseln sind ca. 12-15mm hoch und 4-5mm breit. Die Blütenstiele werden durch ein Gelenk am Grunde nach der Blühzeit meist nach unten geklappt. Bei Reife der Kapsel richten sie sich wieder auf.

Vom Wuchs her ist die Pflanze steif aufrecht, im Alter manchmal am Grunde etwas liegend, jedoch nie wurzelnd. Meist 10-30cm hoch. Die Stengel entsprießen einzeln unterirdischen Ausläufern. Die Pflanzen sind so gut wie kahl. Lediglich an den Kapseln und an den Stengeln befinden sich ein spärlicher Haarwuchs. Die Blätter sind wechselständig bis fast gegenständig. Sie sind dreiteilig, und die Teile sind vorne herzförmig ausgerandet.

Oxalis stricta war ürsprünglich in Nordamerika zu Hause (stimmt das?), kommt heutzutage in allen gemäßigten und warmen Gebieten der Erde vor kann dort als Unkraut betrachtet werden. Es bevorzugt nährstoffreichen und mehr oder weniger offenen Boden, wie beispielsweise in Gartenbeeten, an frischen Ruderalstellen oder in niedrigen Unkrautfluren. Die Pflanzen sind einjährig oder überwintern (selten) mit unterirdischen Organen.

Das Bild zeigt ein Oxalis stricta-"Gebüsch". Leider ist es nicht sehr kontrastreich. Dennoch kann man, z.B. in der rechten oberen Ecke, zwei fast reife Kapseln sehen. Unten rechts ist ein Blatt zu sehen, welches sich wegen der starken Mittagssonne fast ganz zusammengeklappt hat.



Oxalis triangularis

Über diese Art weiß ich nicht allzu viel. Sie ist an der spitzwinklig dreieckigen Form der Blättchen gut zu erkennen. Die Blätter sind meist dunkel purpurn. Sie sind grundständig und 15-20cm hoch.

Die Blüten sitzen auf reichblütigen, ca. 20cm hohen Blütenständen. Von der Farbe her sind sie meist zart rosa, manchmal auch so gut wie weiß, selten purpurn. Blütendurchmesser beträgt 1-1,5cm (?).

Die aus Brasilien stammende Pflanze besitzt ein kriechendes schuppiges Rhizom, mit welchem es auch überwintern kann. Es hält leichten Frost durchaus aus, einen mitteleuropäischen Winter dagegen übersteht die Pflanze nicht. Hier sieht man die Pflanze häufiger mal als Zierpflanze fürs Zimmer oder für den Garten.


Homepage     Oxalidaceae(Titelseite) by Michael Becker, 8/2000. Letzte Änderung: 9/2000.