Ixodes

Kurzbeschreibung der Gattung

Die Analfurche liegt vor dem Anus. Bei einigen Arten vereinigen sie sich nicht, sondern laufen parallel zueinander und zur Längsachse des Körpers. Festons sind nicht vorhanden. Die Cuticula enthält keine Emailartigen Farben, sondern ist einfach braun. Augen sind nicht vorhanden.

Bei vielen Arten sind die Pulvilli am ersten Beinpaar auffallend vergrößert. Die Coxa (Ansätze) der Beine tragen häufig ein nach hinten gerichtetes Paar von Dornen, einen inneren, näher beim Körper liegenden, und einen äußeren, an der entfernteren Seite. Auch am Trochanter kann ein nach hinten gerichteter Stachel sitzen.

Charakteristisch für die Gattung Ixodes ist außerdem ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus im Aufbau des Hypostoms . Form und Länge der Pedipalpen sind bei den einzelnen Arten sehr verschieden.

Die Tiere der Gattung Ixodes sind dreiwirtig: Larven, Nymphen und Adulte saugen an je verschiedenen Wirten. Als Wirte dienen hauptsächlich Säuger und Vögel, den Larven auch Reptilien und Amphibien. Von den europäischen Arten schmarotzen lediglich I.ricinus und I.persulcatus an Haustieren und dem Menschen.

Die Entwicklungsdauer schwankt je nach den klimatischen Verhältnissen zwischen 2 und 5 Jahren. Als normal gelten 3 Jahre. Damit ist die Entwicklungsdauer von Ixodes verglichen mit der anderer Zeckengattungen ziemlich groß.

Schlüssel für die Untergattungen

  1. Sternalplatte vorhanden. Nur australische Arten... Sternalixodes
  2. Sternalplatte höchstens rudimentär und in Plättchen zerfallen
    1. Pedipalpentrochanter vollständig mit der Basis Capituli verwachsen
      1. Tiere mit auffallend langen Haaren, Tiere in Höhlen an Fledermäusen. Keine Dornen an den Beincoxa.... Eschatocephalus
      2. Tiere ohne auffallend lange Haare, in Kleinhöhlen und Bauten von Tieren. Kein Außendornen an den Beincoxa (I.hexagonus aber mit Innendorn an den Coxa des ersten Beinpaares).... Pholeoixodes
      3. Tiere ohne auffallend lange Haare, in Tierbauten oder nicht. Zumindest an den Coxa des ersten Beinpaares ein nach hinten gerichteter Innendorn. Alle Coxa mit Außendorn.... Ixodes s.str.
    2. Pedipalpentrochanter nicht vollständig mit der Basis Capituli verwachsen und groß
      1. Alle Beincoxa seitlich mit einer gut entwickelten porösen Fläche, nur australische Arten.... Endopalpiger
      2. Zumindest an den Coxa des ersten Beinpaares keine poröse Fläche.... Exopalpiger

Subgenus Sternalixodes P.Schulze

Der Rand des Scutums erreicht bei hungrigen Tieren den Körperrand. Die 1. Glieder der Pedipalpen stehen senkrecht zur Basis Capituli. Zumindest die Nymphen, aber auch oft die Weibchen, haben eine Sternalplatte. Daher auch der Name. Bei den Männchen ist der hintere Saum der Coxa behaart.

Typusart ist I. cordifer Neumann. Die anderen Arten sind I. rossianus P.Schulze und I. holocyclus Neumann. Alle drei Arten leben in Ozeanien und Australien.

Subgenus Exopalpiger P.Schulze

Die Areae porosae sind auf der Basis Capituli in Richtung der Pedipalpencoxen verschoben. Die Pedipalpentrochanter sind groß, nach außen verlängert und noch nicht vollständig mit der Basis Capituli verschmolzen. Zumindest an den Coxa des ersten Beinpaares ist keine poröse Fläche zu erkennen. Die Ränder des Scutums sind mehr oder weniger gerade und verlaufen nach hinten auseinander, so daß das Scutum am hinteren Ende am breitesten ist.

Typusart ist I. priscicollis P.Schulze. Die Arten leben in Australien und umliegenden Inseln, nur Ixodes trianguliceps Birula kommt auch in Europa vor.

Subgenus Endopalpiger P.Schulze

Das 2. und 3. Pedipalpenglied ist verwachsen. Der Pedipalpentrochanter ist stark von der Basis Capituli abgesondert und stark vergrößert. Er verläuft schräg nach vorne. Die Areae porosae sind nur schwach ausgebildet und zur Seite verschoben. Die Coxa der Beinpaare tragen seitlich alle eine deutlich zu erkennende poröse Fläche (Area coxalis). Die vollgesogenen Weibchen sind sehr schmal.

Typusart ist I. luxuriosus P.Schulze. Alle 7 Arten der Untergattung leben in Australien.

Subgenus Eschatocephalus Frauenfeld

Diese Untergattung besteht aus nur zwei Arten, die an Fledermäusen schmarotzen. Über sie ist wenig bekannt. Der folgende "Schlüssel" gilt für Weibchen, Männchen, Nymphen und Larven.

  1. Tiere mit auffallend langen Beinen.... I.vespertilionis
  2. Tiere ohne auffallend lange Beine... I.chiropterorum

Subgenus Pholeoixodes P.Schulze

Zecken dieser Untergattung schmarotzen höhlenbewohnenden Säugern (Fledermäusen) und Vögeln. Die vom Körper weiter entfernt liegenden Enden der Tarsi sind jäh verschmälert. Kurz vor der Verschmälerung befinden sich kleine Höcker. Normalerweise tragen die Coxen keine Dornen. Bei den Männchen sind die Zähne (Widerhaken) am Hypostom nur noch rudimentär und zu zackigen bis welligen Kämmen verbunden. Bei vielen der Arten sind die Männchen aber unbekannt, da sie seltener an Wirtstieren saugend vorgefunden werden.

Die Arten dieser Untergattung kommen vor allem in Europa vor.

Die Benennung und Identifizierung der Arten innerhalb dieser Untergattung ist völlig unsicher. Die Hälfte der unten aufgeführten Arten ist deshalb höchst zweifelhaft. Vermutlich handelt es sich um eine gerade in rascher Entwicklung begriffenen Gruppe.

Es kann nur ein Bestimmungsschlüssel für die Weibchen gegeben werden.

Schlüssel für die Weibchen

  1. Schmarotzer an Säugetieren
    1. Coxa des 1. Beinpaares mit gut entwickeltem Innendorn.... I. hexagonus
    2. Alle Beincoxa ohne Dornen
      1. Vordere Seitenränder des Scutums stark gewölbt. Der Übergang zu den hinteren Seitenrändern erfolgt plötzlich und ist eingewinkelt.... I. bakonyensis
      2. Vordere hintere Seitenränder des Scutums gehen kontinuierlich ineinander über
        1. Stigmenplatte rund oder rundlich
          1. Starke Furchen und Vertiefungen auf dem Gnathosoma.... I. rugicollis
          2. Gnathosoma ohne Furchen und Vertiefungen
            1. Hypostom schmal, mit 10-11 Seitenzähnen.... I. vulpinus
            2. Hypostom massiv, mit 6-7 Seitenzähnen.... I. vulpis
        2. Stigmenplatte deutlich länglichoval
          1. Genitalöffnung sichelmondförmig.... I. danyi
          2. Genitalöffnung bogenförmig
            1. Scutum lang und schmal, nach hinten auffallend verjüngt.... I. canisuga
            2. Scutum gedrungen, hinten breit abgerundet
              1. Die Coxa des 1. Beinpaares auffallend breit. An der Hypostomspitze ein kleiner dreieckiger zahnfreier Bereich.... I. melicola
              2. Coxa des 1. Beinpaares schmaler. Kein zahnfreier Bereich an der Hypostomspitzen.... I. sciuricola
  2. Schmarotzer an Vögeln
    1. Am Tarsus des 1. Beinpaares eine gut entwickelte spitze Kralle.... I. passericola
    2. Keine Kralle am Tarsus des 1. Beinpaares
      1. Mitte des Hypostoms zahnfrei
        1. Die 4. mittleren Seitenzähne des Hyposstoms gleichgroß.... I. strigicola
        2. Die 4. mittleren Seitenzähne des Hyposstoms verschiedengroß.... I. dryalis
      2. Mitte des Hypostoms mit Zähnen
        1. Die Tarsi des 4. Beinpaares verjüngen sich allmählich, nicht wie die anderen Tarsi.... I. plumbeus
        2. Alle Tarsi verjüngen sich jäh, stufenartig
          1. Stigmenplatte rundlich.... I. arboricola
          2. Stigmenplatte deutlich länglichoval.... I. barbarossae

Subgenus Ixodes s.str. Latreille

Nachdem ich die abgrenzenden Merkmale der anderen Untergattungen gebracht habe, ist klar, daß die Ixodes-sensu-strictu-Arten die "typischen" Ixodes-Merkmale tragen: Eine Sternalplatte ist nicht vorhanden. Die Pedipalpentrochanter sind mit der Basis Capituli verwachsen. Die Beine sind nicht auffallend lang und die Coxa tragen in den meisten Fällen zumindest einen Dorn. Das Hypostom des Männchens ist bezahnt. Keine Höhlenbewohner.

Bestimmungsschlüssel für Weibchen, Männchen, Nymphen und Larven.

Schlüssel für die Weibchen

  1. Schild nicht viel länger als breit
    1. Verhältnis von Länge zu Breite des Hypostoms ist 3:1 bis 4:1. Die Coxa des zweiten Beinpaares verjüngen sich zum Körper hin nicht.... I. ricinus
    2. Verhältnis von Länge zu Breite des Hypostoms ist 2:1 bis 3:1. Die Coxa des zweiten Beinpaares verjüngen sich zum Körper hin schwach.... I. persulcatus
  2. Schild viel länger als breit
    1. Scutum an der Seite mit dunklen Feldern.... I. frontalis
    2. Scutum an der Seite ohne dunkle Feldern...
      1. Alle acht Beincoxa weisen sowohl einen Innen- wie einen Außendorn auf.... I. redikorzevi
      2. Nur die Coxe des ersten Beinpaares besitzt einen Innendorn
        1. Innendorn an der Coxe des ersten Beinpaares kräftig ausgebildet
          1. Die Stigmenplatten sind mindestens so groß wie die Coxa des 4. Beinpaares.... I. apronophorus
          2. Die Stigmenplatten sind klein, deutlich kleiner als die Coxa des 4. Beinpaares.... I. laguri
        2. Innendorn an der Coxe des ersten Beinpaares relativ schwach ausgeildet, viel schwächer als der Außendorn.... I. caledonicus

Schlüssel für die Männchen

Die Männchen von I. frontalis sind nicht bekannt.

  1. Zähne auf dem Hypostom rudimentiert.... I. caledonicus
  2. Hypostom mit deutlichen Zähnen
    1. Auf der Oberseite der Basis Capituli zwei kleine Hörner
      1. Alle acht Beincoxa weisen sowohl einen Innendorn auf.... I. redikorzevi
      2. Nur die Coxe des ersten Beinpaares besitzt einen Innendorn
        1. Die Stigmenplatten sind mindestens so groß wie die Coxa des 4. Beinpaares.... I. apronophorus
        2. Die Stigmenplatten sind klein, deutlich kleiner als die Coxa des 4. Beinpaares.... I. laguri
    2. Keine Hörner auf der Oberseite der Basis Capituli
      1. Die drei mittleren Zähne an der Seite des Hypostoms sind ungefähr gleichgroß.... I. persulcatus
      2. Die drei mittleren Zähne an der Seite des Hypostoms werden zum Körper hin größer... I. ricinus

Schlüssel für die Nymphen

  1. Schild mit dunklen Feldern an den Seiten.... I. frontalis
  2. Schild einfarbig
    1. Die Haare auf dem Rest des Rückens sind 2,5-3mal länger als die auf dem Scutum
      1. Die Zähne an der Hypostomspitze sind in 3 Längsreihen angeordnet.... I. ricinus
      2. Die Zähne an der Hypostomspitze sind in 2 Längsreihen angeordnet
        1. Die Coxa des 2. und 3. Beinpaares je mit einem ansehnlichen Innendorn.... I. redikorzevi
        2. Die Coxa des 2. und 3. Beinpaares ohne Innendorn.... I. laguri
    2. Die Haare auf dem Rest des Rückens sind höchstens 1,5mal länger als die auf dem Scutum
      1. Die Basis Capituli mit Hörnern
        1. Innendornen an den Coxa des 1. Beinpaares gut ausgebildet... I. apronophorus
        2. Innendornen an den Coxa des 1. Beinpaares schwach ausgebildet, schwächer als die Außendornen.... I. caledonicus
      2. Die Basis Capituli ohne Hörner.... I. persulcatus

Schlüssel für die Larven

  1. Die Haare auf dem Rest des Rückens sind 2,5-3mal länger als die auf dem Scutum
    1. Hypostomspitze mit 3 Längsreihen von Zähnen
      1. Hypostomspitze stumpf.... I. ricinus
      2. Hypostomspitze zugespitzt.... I. frontalis
    2. Hypostomspitze mit 2 Längsreihen von Zähnen
      1. Innendornen an den Coxa des 1. Beinpaares schwach ausgebildet, schwächer als die Außendornen.... I. caledonicus
      2. Innendornen an den Coxa des 1. Beinpaares gut ausgebildet
        1. Die Basis Capituli an den Seitenflächen mit spitzen Erhebungen.... I. redikorzevi
        2. Die Basis Capituli an den Seitenflächen mit stumpfen Erhebungen.... I. laguri
  2. Die Haare auf dem Rest des Rückens sind höchstens 1,5mal länger als die auf dem Scutum
    1. Die Basis Capituli mit kleinen Hörnern.... I. apronophorus
    2. Die Basis Capituli ohne Hörner... I. persulcatus

Beschreibung der Einzelarten

Ixodes apronophorus P.Schulze

Weibchen

Scutum und Hypostom von I.apronophorus, Weibchen

Das längliche Scutum ist ca. 1mm lang und kurz vor der Mitte am breitesten. Besonders an den Rändern ist es stark pigmentiert. Es ist fein und gleichmäßig punktiert und mit wenigen Haaren besetzt. Die Scapulae sind kräftig und spitz.

Die Basis Capituli besitzt zwei gut entwickelte Hörner. Das Hypostom endet spitz und wird nach hinten gleichmäßig breiter. Die Spitzen der je 12 Seitenzähne sind etwas nach außen gebogen. Auch die Innenzähne sind spitz. Die Pedipalpen sitzen auffallend an der Seite der Basis Capituli. Ihre Außenseite ist gewölbt, die Innenseite gerade. Das 2. Glied ist länger als das 3..

Die Stigmenplatte ist groß und länglichoval. Die Analfurche ist gut ausgeprägt.

Sämtliche Coxa besitzen einen gut entwickelten Außendorn. Die Coxa der 1. Beinpaares auch einen leicht gebogenen Innendorn. Die Pulvilli des 1. Beinpaares sind etwas größer als die anderen.

Männchen

Der Körper ist klein und länglichoval. Die Stigmenplatte ist groß und oval.

Die Basis Capituli besitzt gut entwickelte Hörner. Das Hypostom ist nur schwach ausgebildet und besitzt Zähne in 7-8 Querreihen. Die Seitenzähne sind schwach entwickelt und stumpf.

Alle Coxa tragen einen gut entwickelten Außendorn, die des 1. Beinpaares auch einen Innendorn.

Nymphe

Das Scutum ist etwas länger als breit. Die Stigmenplatte ist in Querrichtung etwas gestreckt.

Die Basis Capituli trägt gut entwickelte Hörner. Das Hypostom ist im unteren Drittel am breitesten. Die spitzen Zähne sind vorne in drei Reihen, weiter unten in zwei Reihen angeordnet.

Alle Coxa besitzen einen Außendorn, und bis auf die des 4. Beinpaares auch einen Innendorn. An den Coxa des 1. Beinpaares ist der Innendorn größer als der Außendorn.

Larve

Das Scutum ist fast regelmäßig sechseckig, und damit genauso lang wie breit.

Die Basis Capituli trägt stumpfe Hörner. Das Hypostom ist im unteren Drittel am breitesten. Es trägt 7 Querreihen aus 2 Zähnen. Die Spitze ist abgerundet.

Diese Art kommt in Europa (Rußland bis England) vor. Die schmarotzt vor allem auf Wasser-, Feld- und Waldmäusen, auf Wasserhühnern und Drosseln. Die Tiere erscheinen massenhaft April-Mai, man kann sie jedoch noch bis in den Oktober antreffen.


Ixodes arboricola Schulze & Schlottke

Weibchen

An der Basis Capituli befinden sich keine Hörner. Das Hypostom ist klein und schmal. Die Innenzähne gehen bis fast zur Mitte, so daß sich dort nur ein sehr schmaler zahnfreier Bereich befindet.

Der Tarsus des 1. Beinpaares verjüngt sich jäh.

Männchen

Die Basis Capituli ist glatt und ohne Hörner. Die Spitze des rudimentären Hypostoms ist geteilt. Die Innenzähne bilden gezackte Kämme. Auf dem Scutum befinden sich punktfreie Gebiete.

Diese Art ist nur sehr schlecht beschrieben. Die Merkmale einzelner Individuen können stark voneinander abweichen. I.arboricola scheint nahe mit I.passericola verwandt zu sein. Sie ist in Deutschland, Dänemark, Schweden und der ehem. SSR in Baumhöhlen von Vögeln (Staren, Spechte) gefunden worden.

Es sind 4 Unterarten beschrieben worden, deren Berechtigung aber sehr zweifelhaft ist.


Ixodes autumnalis Leach

Wird hier als Nomen nudum betrachtet (eine Artbeschreibung, der keine Tiere zugeordnet werden können).


Ixodes bakonyensis Babos

Bekannt sind bisher nur die Weibchen, die sich aufgrund der Form des Schildes und des Hypostoms gut von den anderen Arten unterscheiden lassen.

Weibchen

Scutum von I.bakonyensis, Weibchen

Gnathosoma und Hypostom von I.bakonyensis, Weibchen

Körper vollgesogen 12-13mm lang, in der Höhe des 3. Beinpaares am breitesten. Schild, Gnathosoma und Beine braun, der Rest des Körpers gelb. Das Scutum hat eine charakteristische Form (s. Zeichnung). Die Scapulae sind sehr stark entwickelt. Auf der Oberfläche des Scutums befinden sich spärliche große Punkte und kleine Haare.

Die Basis Capituli ist relativ lang. Die Vorderkante reicht spitz nach vorne. Die Basis trägt keine Hörner. Die Areae porosae sind groß und dreieckig und an den äußeren Seiten von starken Chitinleisten umgeben. Die Pedipalpen sind schmaler als bei den anderen Arten der Untergattung Pholeoixodes. Das Hypostom ist im unteren Drittel am breitesten und verjüngt sich allmählich nach vorne. Es hat eine abgeflachte Spitze. Es gibt 10 Seitenzähne, neben den oberen 3 je 2 Innenzähnen, neben den anderen je einen Innenzahn. Die Seitenzähne sind hakenförmig geknickt, die Innenzähne sind stumpf. Ab dem 3. Zahn ist die Innenfläche des Hypostoms zahnfrei.

Die Geschlechtsöffnung ist stark gewölbt. Die Stigmenplatte ist unregelmäßig rund.

Die Beincoxa sind ohne Dornen, nur an die des 1. Beinpaares sind spitz. Der hintere Saum der anderen Coxa ist faltig.

Wurde bisher nur einmal an einem Dachs in Ungarn gefunden.


Ixodes barbarossae Schulze

Weibchen

Der Körper ist 3mm lang und hell rötlichbraun. Das Scutum ist so lang wie breit, sechseckig und fein punktiert.

Die Areae porosae auf der Basis Capituli sind von einer starken Chitinleiste begrenzt. Am Ursprung des 2. Gliedes sind die Pedipalpen stark ausgehöhlt.

Männchen

Der Körper ist 2,5mm lang, dunkelbraun, und ansonsten ähnlich dem des Weibchens. Das Scutum ist runzlig und grob punktiert.

Die Pedipalpen sind stark behaart. Das Hypostom ist kurz und massiv, mit 5 Querreihen von kurzen zackigen Kämmen. Auf dem Rand der Oberseite sitzen viele große Punkte, die dicht nebeneinander liegen und furchenartig zusammenlaufen.

I. barbarossae wurde bisher nur einmal in der Nähe von Braunschweig in einer Hornissenhöhle mit 4 Exemplaren gefunden. Verbreitung und Biologie sind unbekannt.


Ixodes caledonicus Nutall

Diese Art stellt eine Verbindungsart zwischen den Untergattungen Ixodes s.str. und Pholeoixodes dar. Die Beine sind so wie bei Ixodes s.str. gebaut, das rudimentierte Hypostom des Männchens ist eine typisches Kennzeichen von Pholeoixodes.

Weibchen

Vorderkörper mit Scutum von I.caledonicus, Weibchen

In vollgesogenem Zustande 8x4mm groß, länglich, mit fast parallelen, sich nach hinten etwas verbreiternden Seiten. Das Scutum ist glänzend und oval, 1,3mm lang und 1mm breit. Die Zervikalfurchen sind anfangs tief. Sie gehen nach hinten auseinander, werden dann flacher und hören auf. Das Scutum ist fein punktiert.

Die Seiten der Basis Capituli sind parallel. Sie trägt an ihren beiden Enden kleine Hörner. Die Areae porosae sind groß und oval. Die Pedipalpen kurz mit abgerundete Spitze. Die Nahtlinie zwischen ihrem 2. und 3. Glied ist deutlich sichtbar. Das Hypostom hat eine abgerundete Spitze. Es trägt 8-9 Seitenzähne, daneben je ein stumpfer Innenzahn.

Die Stigmenplatte ist rund, die Macula liegt zentral darauf.

Die Coxa des 1. Beinpaares tragen kräftige Außendornen und schwächere Innendornen. An denen des 2. und 3. Beinpaares gibt es ebenfalls kräftige Außendornen, an denen des 4. nur schwächere Außendornen. Auch an den Trochantern des 1.-3. Beinpaares befindet sich je ein kleiner Dorn. Die Tarsi verjüngen sich gleichmäßig. Die Pulvilli sind kürzer als die Kralle.

Männchen

Der Körper ist dunkelbraun und oval, 3,2x2mm groß. Das Scutum ist unbehaart und glänzend. Die Scapulae sind gut entwickelt. Die Zervikalfurchen sind gerade und laufen etwas auseinander.

Die Seiten der Basis Capituli gehen auseinander. Hörner gibt es nicht. Die Pedipalpen sind kurz und gerade. Das Hypostom ist kurz, glänzend und rudimentiert.

Die Coxa der 1.-3. Beinpaare tragen einen Innendorn, alle Coxa einen Außendorn.

Nymphe

Ähnelt dem Weibchen. Das Scutum ist so lang wie breit, die seitlichen Ecken sind ungefähr rechtwinklig. Die Zervikalfurchen erreichen den hinteren Schildrand.

Die Basis Capituli trägt kräftige Hörner. Das Hypostom trägt 8 spitze Seitenzähne, neben jedem ein stumpfer Innenzahn.

Die Stigmenplatte ist oval.

Larve

Körper ca. 0,8mm lang. Das Scutum ist rundlich und ca. 0,4mm im Durchmesser. Auf dem Hypostom sitzen je 6 Seitenzähne mit je einem stumpfen Innenzahn. Die Beine gleichen denen des Weibchens.

Die Art schmarotzt an Wild- und Haustauben, ab und zu auch an anderen Vögeln. Sie ist zumindest in England und Deutschland verbreitet.


Ixodes canisuga Johnston

Synonym: Ixodes hexagonus var. inchoatus Neumann.

Bei der genauen Beschreibung dieser Art herrscht weitgehend Unklarheit.

Weibchen

Gnathosoma und Hypostom von I.canisuga, Weibchen

Scutum von I.canisuga, Weibchen

Scutum, Gnathosoma und Beine sind kastanienbraun, der Rest des Körpers gelb. Das Scutum ist länglich herzförmig, ca. 1,2mm lang. Die Zervikalfurchen darauf sind S-förmig gekrümmt. Dort, wo sie den hinteren Rand treffen, ist dieser etwas eingebuchtet. Die Scapulae sind kräftig und spitz. Das Scutum ist fein und spärlich punktiert.

Auf der Basis Capituli befinden sich keine Hörner, ihre hinteren seitlichen Enden sind allerdings zugespitzt. Die Areae porosae sind groß und birnenförmig und außer auf der dem Körper zugewandten Seite von einer Chitinleiste umgeben. Die Pedipalpen sind lang und massiv. Ihre Außenseiten sind gerade und faltig. Die Innenseiten sind gewölbt. Ein 4. Pedipalpenglied ist als kleine Cuticula-Mütze am 3. vorhanden. Das Hypostom ist lang und dick (Länge:Breite ist 2:1), am breitesten auf Höhe des 4. Seitenzahns von oben. Es hat 7 Seitenzähne. Neben jedem sitzt ein stumpfer Innenzahn. Die Zähne auf der Spitze sind winzig. Die Mitte des Hypostoms ist auf großer Fläche zahnfrei.

Die Stigmenplatte ist oval. Die Stigmenöffnung ist groß.

Die Beincoxa tragen keine Dornen, höchsten das hintere Ende der des 1. Beinpaares ist zugespitzt. Der Höcker am Ende der Tarsi des 1. Beinpaares ist höher als das Hallersche Organ.

Männchen

Gnathosoma von I.canisuga, Männchen

Das Männchen ist kastanienbraun. Das Scutum ist oval. Die Furchen darauf sind undeutlich und zu länglichen Vertiefungen umgebildet.

Das Gnathosoma ist klein. Die seitlichen Ecken sind rechtwinklig, die Vorderkante sanft gewölbt. Die Pedipalpen sind kurz und massiv. Ihr Trochanter ist nicht ganz mit der Basis Capituli verschmolzen. Die Seiten des Hypostoms verlaufen bis auf an der Spitze parallel. An der Spitze befindet sich eine Einkerbung. Bis auf am unteren Drittel stehen 7 Reihen von zackigen Kämmen auf dem Hypostom.

Die Stigmenplatte ist so wie die des Weibchens, nur kleiner. Die Beincoxa tragen keine Dornen, nur an der des 1. Beinpaares befindet sich wie beim Weibchen eine Spitze. Statt der Außendornen gibt es stumpfe Erhebungen.

Nymphe

Die Nymphe ist ca. 2mm lang, oval, 1,3mm breit.

Die Vorderkante und die Seitenkanten des Gnathosoma bilden einen Rundbogen. Die Außenseiten der Pedipalpen sind wellig, die Innenseite gewölbt. Das Hypostom besitzt 7 Seitenzähne, neben jedem ein stumpfer Innenzahn. Es ist in der Höhe des 3. Seitenzahns von oben am breitesten.

Die Stigmenplatte ist klein und rund. Die Stigmenöffnung liegt in der Mitte.

Durch die Unsicherheiten bei der Artabgrenzung innerhalb der Untergattung Pholeoixodes bestehen dieselben Unsicherheiten bei Angaben zur Biologie und denen über Wirte. Wirte dieser Art scheinen meist kleinere Fleischfresser (Iltisse, Marder) zu sein, aber auch Hunde. Die Art kommt in Mitteleuropa (England, Deutschland, Österreich, Ungarn) vor.


Ixodes chiropterorum Babos & Janisch

Weibchen

Gnathosoma von I.chiropterorum, Weibchen

Scutum von I.chiropterorum, Weibchen

Das hungrige Weibchen ist 3mm lang und in der Höhe der Stigmenplatten am breitesten. Das Scutum bedeckt 1/3 des Körpers. Auf den Rest des Rückens und dem Bauch sitzen auffallend lange braune Haare. Die Seitenfelder des Scutums sind abgeflacht kreissektorförmig.

Die Pedipalpen sind keulenförmige und vorne am breitesten. Sowohl ihre Außen- wie Innenseiten sind gerade. Die Nahtlinie zwischen 2. und 3. Glied ist nicht zu sehen. Ihr Ende ist halbkugelförmig. Das Hypostom endet in einer kurzen stumpfen Spitze. Es trägt 4 Reihen zu je 3 und 3 Reihen zu je 2 Zähnen. Am unteren Ende verschwinden die Zähne. Die Fläche unten in der Mitte zwischen den Zähnen ist schmal.

Das 4. Beinpaar ist am längsten, das 1. am kürzesten. Die Coxa weisen keine Dornen auf. Kapsel und Mulde des Hallerschen Organs sind zu einer einzigen Furche verschmolzen.

Die Stigmenplatte ist klein und rund. Die Stigmenöffnung liegt nicht ganz in der Mitte, sondern ist leicht zum Bauch hin verschoben.

Männchen

(unbekannt?)

Nymphe

Gnathosoma von I.chiropterorum, Nymphe

Die Nymphe gleicht dem Weibchen, ist aber nur ca. halb so groß. Der Körper ist mit langen braunen Haaren bedeckt. Die Stigmenöffnung ist etwas oval.

Larve

Auch hier ist der Körper mit längeren Haaren bedeckt. Das Scutum ist sechseckig.

Über die Biologie von I.chiropterorum ist nichts bekannt. Die Art wurde bisher nur in Ungarn gefunden. Wirtstiere sind Fledermäuse.


Ixodes crenulatus Koch

Wird hier als Nomen nudum betrachtet (eine Artbeschreibung, der keine Tiere zugeordnet werden können). Die Originalbeschreibungen der Art beschreiben wahrscheinlich Tiere der Art I. hexagonus.


Ixodes danyi Babos

Weibchen

Gnathosoma von Hypostom von I.danyi, Weibchen

Scutum von I.danyi, Weibchen

Das Schild ist herzförmig und im vorderen Drittel am breitesten. Es ist 1mm lang und 0,8mm breit. Die Scapulae sind groß und spitz. Die Zervikalfurchen nähern sich bogenförmig an und reichen bis etwas über die Schildmitte. Das Scutum ist spärlich punktiert.

Die Seitenränder der Basis Capituli verlaufen parallel und sind wellig. Die Vorderkante ist gerade und reicht etwas über das 1. Pedipalpenglied hinaus. Die Areae porosae sind gebogen birnenförmig. Ihr seitlicher Rand wird von einer Chitinleiste umrahmt. Die Außenseite der Pedipalpen ist gerade und gewellt, die Innenseite gewölbt. Das 2. Pedipalpenglied ist ungefähr so lang wie das 3.. Das Hypostom ist in Höhe des 4. Seitenzahns am breitesten. Es trägt oft 9 Seitenzähne und an der Basis noch einen abstehenden krummen Seitenzahn. An der Spitze befinden sich einige Reihen winziger Zähne. Neben den obersten 3 Seitenzähnen befinden sich zwei, neben den anderen nur ein stumpfer Innenzahn.

Die Stigmenplatte ist oval mit stumpfem Ende. Die Stigmenöffnung liegt auf der Bauchseite. Die Geschlechtsöffnung ist stark gewölbt. Das Genitalfeld ist charakteristisch sichelmondförmig (?).

Die Beincoxa sind glatt und ohne Hörner. Der Höcker auf den Tarsi des 1. Beinpaares ist niedriger als die Mitte der Tarsi.

Nymphe

Das Scutum ist 0,6mm lang, vorne am breitesten. Die Scapulae sind klein und stumpf. Es endet hinten in einer stumpfen Spitze.

Die Basis Capituli trägt kleine Hörner. Das Hypostom hat parallele Seiten und eine flache Spitze. Es sind 8 Seitenzähne vorhanden. Die Pedipalpen sind kurz und massiv.

Die Beine gleichen denen des Weibchens.

Schmarotzt auf Füchsen in Mitteleuropa.


Ixodes dryalis Schulze

Von dieser Art sind bisher nur einige weibliche Exemplare in einer Baumhöhle in Brandenburg gefunden worden. Einziges sicheres Merkmal der Art ist, daß die Spitze des Hypostoms zahnlos ist. Der unterste Seitenzahn ist zurückgebildet. Das Hypostom der Weibchen scheint im vorderen Drittel am breitesten zu sein und sich zum Körper hin schwach, aber gleichmäßig zu verjüngen. Da der 1. Seitenzahn fehlt, endet das Hypostom stufenartig und stumpf. Das zahnlose Gebiet in der Mitte ist größer als der mit Zähnen besetzte Bereich.

Die Stigmenplatte ist quer oval und klein. Die Stigmenöffnung ist darauf relativ groß und nach vorne verschoben.


Ixodes frontalis Panzer

Synonyme: Acarus frontalis Panzer, Ixodes pari Leach, Ixodes pallipes Koch (Larve), Ixodes sturni Pagenstecher (Larve), Ixodes avisugus Berlese, Ixodes brunneus Koch in Nutall.

Weibchen

Gnathosoma und Hypostom von I.frontalis, Weibchen

Scutum von I.frontalis, Weibchen

Körper oval und kurz hinter der Mitte am breitesten. Länge 3mm, Breite 1,5mmm. Das Scutum reicht über die Hälfte des Körper hinaus. Körper mit zahlreichen hellen Haaren. Das 1,4mm lange Schild ist kurz hinter der Mitte am breitesten. Die Seitenfelder sind dunkelbraun, die anderen Teil hellbraun. Die Scapulae sind kräftig und spitz, ihre Außenflächen wellig.

Auf der Basis Capituli sind abgerundet dreieckig Areae porosae vorhanden. Hörner sind vorhanden und nach hinten gerichtet. Die Pedipalpen sind lang und schmal. Ihre Außenseite ist gerade und nur am Ursprung des 2. Glieds plötzlich zusammengezogen. Die Innenseiten sind gewölbt. Das Hypostom ist spitz. Die Enden der 13-14 spitzen Seitenzähne sind leicht nach außen gebogen. In der Mitte am Grund des Hypostoms befindet sich eine auffallend große zahnlose dreieckige Fläche.

Die Stigmenplatte ist oval mit leicht zackigen Rändern. Die Stigmenöffnung liegt zentral. Die Analfurchen sind gut entwickelt und zeigen eine typische Hufeisenform.

An den Coxa des ersten Beinpaares sitzt ein Außen- wie ein Innendorn. An den Coxa der anderen Bein nur einen Außendorn. Am 2. und 3. Beinpaar ist dieser deutlich nach innen gebogen, am 4. Beinpaar leicht nach außen. Der Tarsus des 1. Beinpaares ist auffallend lang und dünn und wird zur Spitze hin schmäler.

Männchen

unbekannt.

Nymphe

Das Scutum ist länglich gestreckt und im vorderen Drittel am breitesten. Die Seitenfelder sind dunkler als der Rest.

Larve

Das Scutum ist breiter als lang, oval, in der Mitte am breitesten.

Die Pedipalpen sind lang und breit. Am Ursprung des 2. Glieds verjüngen sie sich. Die Innenseite ist gerade, die Außenseite deutlich konkav. Die Nahtlinie zwischen dem 2. und 3. Glied ist nur undeutlich zu sehen.

An den langen und breiten Beinen sitzen viele Haare. Der Tarsus des 2. Beinpaares ist massiv, der des 2. dagegen schmal. Die Coxa des 1. Beinpaares haben ca. gleichgroße Innen- und Außendorne. Die des 2. und 3. Beinpaares nur einen spitzen Außendorn. Die Kapsel des Hallerschen Organs enthält vier Sinneshaare. Das stärkste schaut durch die Öffnung nach außen.

I. frontalis ist eine ziemlich seltene Art. Verwechslungen gab es insbesondere mit der amerikanischen Art Ixodes brunneus.

I. frontalis ist in Westeuropa verbreitet, strahlt aber bis nach Rußland aus. Wirtstiere sind Vögel: Eulen, Amseln, Eichelhäher.


Ixodes hexagonus Leach (Igelzecke)

Synonyme: Ixodes autumnalis Leach, Ixodes erinacei Audoin, Ixodes reduvius Audoin, Ixodes crenulatus Koch, Ixodes vulpis Wadenstecher, Euixodes hexagonus (Leach) Bonnet

Weibchen

Gnathosoma und Hypostom von I.hexagonus, Weibchen

Scutum von I.hexagonus, Weibchen

Körper oval. Die Anal- und Genitalfurchen reichen über den Rand auf den Rücken hinauf. Das Scutum ist sechseckig (Name!) und braun. Die Seitenfelder sind dunkler. Sie Scapulae sind stark und spitz. Das Scutum ist mit mittelgroßen Punkten und winzigen Härchen besetzt.

Der oberen Ränder der Basis Capituli ist in der Mitte etwas eingebuchtet. Mit stumpfen Hörnern. Die Areae porosae sind groß und birnenförmig und teils von einer Chitinleiste umgeben. Die Pedipalpen sind kurz und massiv. Ihr Außenrand ist gerade und erst an der Spitze gewölbt. Die Innenseite ist gewölbt. Das 3. Pedipalpenglied ist an der Innenseite etwas höher als außen. Das Hypostom hat mehr oder weniger parallele Seiten. Es endet in einer stumpfen Spitze mit einer kleinen Einschnürung. Die Seitenzähne sind spitz mit eingebogenen Enden. Die Innenzähne sind kleiner und abgerundet.

Die Stigmenplatte ist unregelmäßig rund.

Die Beine sind mittellang und massiv. Die Coxa des 1. Beinpaares sind dreieckig mit gut entwickeltem Innendorn. Die anderen Coxa haben keine Dornen. Die Coxa des 2. Beinpaares haben ungefähr parallele Seiten. Die Tarsi des 1. Beinpaares sind hinter dem Hallerschen Organ ausgebuchtet, und dann mit einer rechtwinkligen Stufe verschmälert. Die Kralle ist erheblich länger als der Pulvillus.

Männchen

Gnathosom und Hypostom von I.hexagonus, Männchen

Der ovale Körper ist viel kleiner als der des Weibchens. Das Schild ist oval, einheitlich und dicht punktiert. Die Bauchseite ist prägnant mit Platten bedeckt. Die Prägenitalplatte ist Y-förmig (typisches Kennzeichen dieser Art).

Die Pedipalpen sind kurz und massiv, an ihrem Ursprung schmaler. Das Hypostom hat am Grunde parallel Seiten, am Ende verjüngt es sich zu einer stumpfen Spitze. Die Zähne sind zu 7-8 welligen parallelen Querkämmen verwachsen..

Beine sind ähnlich wie beim Weibchen, die Coxa des 1. Beinpaares aber etwas gedrungener und der Innendorn länger.

Nymphe und Larve

Die Nymphen ähneln den Weibchen, nur der Innendorn an den Coca des 1. Beinpaares sind kleiner. Das Hypostom hat weniger Zähne.

Die Coxa der Larven dagegen haben keine Dornen.

Ixodes hexagonus kommt sicher in Mittel- und Südosteuropa vor (England bis Rumänien). Das genau Verbreitungsgebiet ist unbekannt. Wirtstiere scheinen normalerweise fast ausschließlich Igel zu sein, manchmal auch an anderen kleinen Säugetieren.


Ixodes laguri Olenew

Synonyme: Ixodes redikorzevi var laguri Olenew, Ixodes redkorzevi Pomeranzew.

Weibchen

Gnathosoma und Hypostom von I.laguri, Weibchen

Scutum von I.laguri, Weibchen

Körper klein, länglich, nach vorne schmaler werdend, gelblichbraun. Gnathosoma, Beine und Scutum hellbraun. Das Scutum ist länglich gestreckt, ca 1,3mm lang, in der Mitte oder kurz davor am breitesten. Die Scapulae sind kräftig und spitz. Auf dem Scutum sitzt vorne und in der Mitte je eine Querreihe von Haaren.

Das Hypostom ist ca. 0,4mm lang, dünn, nach vorne schmaler werdend. Sie endet spitz. Es sind 14 kräftige und spitze Seitenzähne vorhanden. Die 5 vordersten dieser liegen schuppenförmig aufeinander. Von den anderen Zähnen sind die vorderen noch spitz, ab der Höhe des 7. Seitenzahns ungefähr werden sie jedoch stumpf. Die Nahtlinie zwischen dem 2. und dem 3. Glied der Pedipalpen ist deutlich zu sehen.

Die Stigmenplatte ist rundlich, die Stigmenöffnung liegt zur Bauchseite hin verschoben.

Außendorne befinden sich an allen Beincoxa. Die Coxe des ersten Beinpaares trägt einen stark entwickelten Innendorn, die des zweiten Beinpaares ist innen immerhin noch deutlich zugespitzt. Am ersten Beinpaar sind die Pulvilli deutlich größer als an den anderen Beinpaaren, und erreichen die Spitzen der Krallen.

Männchen

Der Körper des Männchens ist braun, glänzend und länglich oval, hinter der Mitte am breitesten, ca. 2,1mm lang und 1,2mm breit. Die Scapulae sind lang und spitz.

Die Pedipalpen sind kurz und breit. Das 2. Glied ist kürzer als das 3. Die Pedipalpen sind an der Nahtlinie zwischen diesen am breitesten. Das Hypostom hat an jeder Seite 8 Seitenzähne. An der Basis steht ein einzelner großer Zahn.

Alle Beincoxa tragen Außendorne. Der Innendorn an den Coxa des ersten Beinpaares ist kürzer als beim Weibchen, aber immer noch länger als der Außendorn. Auch die Coxa des 2. und 3. Beinpaares tragen einen Innendorn.

Nymphe

Gnathosoma von I.laguri, Nymphe

Scutum von I.laguri, Nymphe

Die Nymphe ist ca. 1,2mm lang und in der Höhe der Stigmenplatten am breitesten. Die Stigmenplatten sind klein und rundlich. Die Stigmenöffnungen befinden sich in der Mitte.

Die Basis Capituli trägt kleine Hörner. An den Seitenflächen sind mittelgroße Erhebungen. Das Hypostom ist im unteren Drittel am breitesten. An jeder Seite befinden sich 12 Seitenzähne, neben denen sich jeweils ein Seitenzahn befindet. Die Nahtlinie auf den Pedipalpen ist nicht zu sehen.

Die Coxa des 1. und 2. Beinpaares tragen einen Außen- und Innendorn, die des 3. und 4. nur einen Außendorn.

Larve

Der Körper ist ca. 0,6mm lang und 0,5mm breit. Das Scutum ist ungefähr sechseckig.

Die Basis Capituli trägt an ihren beiden Enden zwei winzige Hörner. Das Hypostom hat 12 Seitenzähne, neben denen sich je ein Nebenzahn befindet. Es verschmälert sich nach vorne und endet spitz. Die Außenseite der Pedipalpen ist hohl, die Innenfläche gewölbt, die Nahtlinie ist nicht zu sehen.

An den Coxa des 1. Beinpaares sitzt ein Innendorn. Andere Dornen scheinen nicht vorhanden zu sein. Die Pulvilli erreichen die Spitzen der Krallen.

I.laguri ist in West-Kasachstan, am unteren Don, im Westkaukasus und in Armenien heimisch. Sie strahlt aber vermutlich bis nach Südosteuropa aus.

Wirtstiere sind Hamster, Ziesel und Haselmäuse. Die Art lebt in den Höhlen dieser Tiere. Die Männchen saugen nicht. Die Begattung findet nicht auf dem Wirt, sondern in deren Höhlen statt.

Bei der Aktivität dieser Art ist keine saisonale Periodizität feststellbar.

Folgende Unterarten sind bekannt: I. laguri ssp. laguri Olenew, I. laguri ssp. americanus Pomeranzew und Kirschenblatt, I. laguri ssp. colchicus Pomeranzew.


Ixodes melicola Schulze & Schlottke

Weibchen

Gnathosoma und Hypostom von I.melicola, Weibchen

Scutum von I.melicola, Weibchen

Das Scutum ist 1-1,1mm lang und im vorderen Drittel am breitesten. Die Scapulae sind mittelgroß und stumpf. Der hintere Rand des Scutums ist häufig länger als in der Zeichnung dargestellt.

Das Gnathosoma besitzt keine Hörner, die hinteren seitlichen Ecken sind aber etwas zugespitzt. Die Vorderkante verläuft bogenförmig. Die Areae porosae sind groß und birnenförmig. Die Pedipalpen sind kurz und kompakt, ihre Außenseiten sind faltig, ihre Innenseiten gewölbt. Das Hypostom besitzt parallele Seiten, verjüngt sich aber an der Spitze stufenartig. An seiner Spitze befindet sich ein großen dreieckige zahnlose Bereich. Es sind 11 Paare von Seitenzähnen vorhanden. Neben den obersten 2 sitzen keine Innenzähne, neben den folgenden 4 Seitenzähnen sind 3, und neben den unteren 5 Seitenzähnen 2 Innenzähnen.

Die Beincoxa sind ohne Dornen. Die des 1. Beinpaares sind auffallend breit. Die Tarsi des 1. Beinpaares sind gedrungen und gewölbt. Die Pulvilli sind erheblich kürzer als die Krallen.

Männchen

Gnathosoma und Hypostom von I.melicola, Männchen

Der Körper ist hellbraun und klein.

Die Seitenkanten des Gnathosoma verbreitern sich nach vorne stufenartig. Die Vorderkante ist flach und etwas gewölbt. Die Pedipalpen sind kurz und gedrungen und mit Haaren bedeckt. Das Hypostom verjüngt sich nach vorne kegelförmig und endet in einer stumpfen Spitze mit einer Einkerbung. Auf ihm gibt es acht Reihen von verwachsenen rudimentierten Zähnen. Die Rudimente der Seitenzähne sind gut zu sehen und spitz.

Die Geschlechtsöffnung ist gerade und klein.

I. melicola kennt man aus Deutschland und Ungarn, ist aber vermutlich zumindest in ganz Mitteleuropa verbreitet. Die Art ist bisher nur auf Dachsen gefunden worden (die Weibchen auf den Tieren, die Männchen in Dachsbauten. Larven sind bisher nicht gefunden worden.


Ixodes passericola P.Schulze

Weibchen

Hypostom von I.passericola, Weibchen

Scutum von I.passericola, Weibchen

Der Körper ist 1,5x2,7mm groß und kurz hinter den Stigmenplatten am breitesten. Das Scutum reicht bei hungrigen Tieren über die Körpermitte hinaus. Es ist vor der Mitte am breitesten und hinten breit abgerundet. Die hinteren Seitenränder sind leicht nach innen gewölbt. Die Scapulae sind breit und abgerundet.

Die Oberseite der Basis Capituli ist leicht gewölbt, glatt, glänzend und ohne Haare. An den Seiten befinden sich kleine abgerundete Hörner. Die Areae porosae sind flach, dreieckig und mit undeutlichen Grenzen. Die Außenseite der Pedipalpen ist gerade, die Innenseite stark einwärts gewölbt. Die Pedipalpen sind in der Mitte am breitesten. Die Nahtlinie zwischen 2. und 3. Glied ist verschwommen. Die Oberfläche ist etwas faltig und mit wenigen, kräftigen Haaren besetzt. Das Hypostom hat fast gerade Seiten. Die Seitenzähne sind oben spitz, nach unten immer mehr abgerundet. Die Innenzähne stehen dicht und lassen sich nur schwer erkennen.

Die Stigmenplatte ist quer länglich oval. Die Stigmenöffnung liegt zur Bauchseite hin verschoben.

Die Beine sind mäßig lang und auf der Unterseite mit einigen Haaren. Auf der Oberseite der Tarsi-Enden ragt ein Höcker hervor. Die Coxa tragen keine Dornen, nur die des 1. Beinpaares einen stark gebogenen Innendorn.

Männchen

Hypostom von I.passericola, Männchen

Der Körper ist ca. 1,6x2,4mm groß, oval, unmittelbar hinter der Mitte am breitesten. Das Scutum ist gleichmäßig gewölbt, glatt, fein punktiert und mit feinen Haaren besetzt.

Die Hörner auf der Basis Capituli sind nur schwach entwickelt. Die Pedipalpen sind kurz, breit und vorne abgerundet. Die Nahtlinie zwischen 2. und 3. Glied ist nicht zu sehen. Auf der Außenseite sitzen einige Haare, auf der Innenseite mehr. Das Hypostom besitzt 7-9 Rillen oder Kämme, die sich in der Mitte fast berühren.

Beine sind ähnlich denen des Weibchens.

Nymphe

Das Scutum verjüngt sich nach hinten und ist vor der Mitte am breitesten. Die Scapulae sind rund.

Die Basis Capituli ist glatt und glänzend, mit kleinen Hörnern. Die Außenseiten der Pedipalpen sind gerade, die Innenseiten gewölbt. Die Pedipalpen sind leicht faltig. Die Seiten des Hypostoms sind gewölbt, die Spitze rund.

Larve

Das Scutum ist etwas breiter als lang, vor der Mitte am breitesten. Die Scapulae sind abgerundet.

Die Hörner an der Basis Capituli sind klein. Das Hypostom vorne abgerundet. Es trägt 2 Querreihen mit 3 Zähnen und 5 Reihen mit 2.

Wirte dieser Art sind Stare, Rotkehlchen, Blaumeise, Blauspechte usw.. Die Art kommt ist Westeuropa vor (Deutschland, England). Männchen hat man bisher nur in Vogelnestern gefunden.


Ixodes persulcatus P.Schulze

Weibchen

Gnathosoma und Hypostom von I.persulcatus, Weibchen

Scutum von I.persulcatus, Weibchen

Scutum 1,6mm lang, im vorderen Drittel am breitesten. Scapulae schwach entwickelt, aber spitz. Scutum gleichmäßig punktiert und spärlich mit Haaren besetzt.

Hörner auf der Basis Capituli sind kaum wahrnehmbar. Das Hypostom ist ca. 0,63mm lang. An den Seiten befinden je 12 spitze Seitenzähne. Die anderen Zähne sind ebenfalls zugespitzt. Die Pedipalpen sind vor dem Ende des 2. Gliedes am breitesten. Ihr äußerer Rand ist etwas konkav (nach innen gewölbt), der innere gewölbt.

Die Bedornung der Beincoxa ist wie bei Ixodes ricinus. An der hinteren Seite der Coxa befinden sich auffallend lange Haare. Am Tarsi des ersten Beinpaares befindet sich vor dem Hallerschen Organ ein tiefer Einschnitt.

Männchen

Gnathosoma und Hypostom von I.persulcatus, Männchen

Ovale Zecken mit kleinen Körpern, mit gleichmäßig punktiertem, grau-dunkelbraunen Scutum. Die Basis Capituli erstreckt sich nach vorne bis ca. auf die Höhe der Pedipalpenmitten. Das Hypostoma sieht ungefähr so aus wie beim Männchen von I. ricinus. Die Pedipalpen sind kurz und keulenförmig. Auf der Innenseite des 2. Gliedes werden sie plötzlich schmaler.

Die Bedornung der Beincoxa ist wie bei I.ricinus. Die Pulvilli am ersten Beinpaar sind deutlich größer als die an den anderen Beinpaaren.

Nymphen

Das Scutum ist etwas länger als breit. Die Stigmenplatten sind rund.

An den Beincoxa des ersten Beinpaares befindet sich ein deutlich ausgebildeter, an denen des zweiten Beinpaares ein weniger deutlich ausgebildeter Innendorn. Alle Coxa tragen Außendorne.

Die Basis Capituli hat zwei gut entwickelte Hörner und an den Seitenflächen zwei gut entwickelte Erhebungen. Das Hypostom ist im unteren Drittel am breitesten. Darüber verjüngt es sich allmählich zu Spitze hin

Larven

Die hungrige Larve ist in der Mitte am breitesten. Das Schild hat fast keine Furchen

Die Basis Capituli mit großen Hörnen und deutlichen Erhebungen an den Seitenwänden. Das Hypostom ist in der Mitte am breitesten. Die Spitze ist abgerundet. Die Zähne sind in Doppelreihen angeordnet.

Das Verbreitungsgebiet von I.persulcatus erstreckt sich in Sibirien vom Pazifischen Ozean bis zur Westgrenze der ehemaligen SSR. In einzelnen kleinen Gebieten kommt die Art auch in Mitteleuropa vor.

I.persulcatus ist nicht wirtsspezifisch. Als Wirte dienen alle möglichen Säugetiere. Larven findet man auch an Landvögeln. Alle Stadien sind zu Beginn der warmen Jahreszeit am aktivsten.

I.persulcatus bevorzugt Laubwaldgebiete und Mischwälder


Ixodes plumbeus Leach

Weibchen

Das Scutum ist hinten breit oval. Auf den Seitenfeldern verlaufen Längsfurchen. Das Scutum ist grob und spärlich punktiert. Die Scapulae sind spitz.

Die Basis Capituli ist sechseckig. Die Areae porosae sind groß und unregelmäßig geformt. Zwischen ihnen befindet sich eine längs verlaufende Mulde. Die Pedipalpen sind kurz, ihre Außenseite ist gerade, ihre Innenseite gewölbt. Das Hypostom verjüngt sich nach vorne. Es trägt 8-9 Seitenzähne. Seiten- und Innenzähne sind spitz.

Die Stigmenplatten sind oval und in Querrichtung ausgezogen. Die Geschlechtsöffnung ist bogenförmig.

Die Beincoxa tragen keine Dornen. Die des 2. Beinpaares sind wesentlich breites als die des 3.

Männchen

Sehen fast genauso aus wie die Weibchen. Sie sind schwach pigmentiert.

Nymphen

Das Scutum ist länger als breit, am breitesten im vorderen Viertel, wo sich die Seitenfelder spitz verbreitern.

Die Basis Capituli hat an den beiden oberen Enden große, zahnartige Hörner. Das Hypostom ist in der Mitte am breitesten und wird dann nach vorne schmaler. Es trägt 6 Seitenzähne.

Die Coxa tragen keine Dornen, der hintere Winkel der Coxa des 1. Beinpaares ist höchstens zahnartig spitz. Die Mitte der Coxa des 3. Beinpaares verjüngt sich.

Larve

Auch hier trägt die Basis Capituli gut entwickelte spitze Hörner. Das Hypostom ist kurz und massiv, mit einer stumpfen Spitze. Es hat 5-6 Seitenzähne, neben jedem einen Innenzahn.

An den Coxa des 1. Beinpaares sitzt ein winziger Dorn, die anderen Coxa sind ohne Dornen.

Die Tiere dieser Art zeigen auffallende individuelle Unterschiede.

I. plumbeus ist in Deutschland, der ehemaligen SSR, Lettland und Skandinavien verbreitet. Sie schmarotzt auf Uferschwalben (Riparia riparia) und kommt in deren Nestern in den Sandhöhlen entlang von Flußufern vor. Die Larven überwintern im Nest. Wenn die Schwalben im Frühjahr eintreffen, saugen die Larven an den Erwachsenen Vögeln. Ende Juni/Anfang Juli entwickeln sich die Nymphen, ungefähr zu dem Zeitpunkt, zu dem die Jungvögel schlüpfen. Die Nymphen saugen überwiegend an den Jungen. Die adulten Zecken legen ihre Eier noch in demselben Jahr.


Ixodes redikorzevi Olenew

Synonyme: Ixodes theodori Warburton, Ixodes transcaucasicus Kirschenblatt, Ixodes diversicoxalis Kirschenblatt.

Weibchen

Gnathosoma und Hypostom von I.redikorzevi, Weibchen

Scutum von I.redikorzevi, Weibchen

Körper länglichoval, zum Gnathosoma hin verjüngt. Scutum länglichoval, gestreckt. Seitliche Vertiefungen sind kaum wahrnehmbar. Die Enden der Scapulae sind kurz und spitz. Das Scutum ist nur sehr spärlich punktiert.

Auf der Basis Capituli sind die Areae porosae gut entwickelt. Das Hypostom endet spitz. Es ist ca. 0,3mm lang und wird zum Körper hin gleichmäßig breiter. An jeder Seite sitzen 12 Seitenzähne. Die obersten 7 liegen schuppenartig übereinander. Die Spitzen der untersten Seitenzähne neigen sich etwas nach außen. Die Pedipalpen sind lang und dünn. Ihre Innenseite ist in der Mitte etwas ausgewölbt, an der Spitze leicht ausgehöhlt. Das 2.Glied ist deutlich länger als das 3.

Die Stigmenplatte ist auffallend klein und rund.

Alle vier Coxapaare besitzen einen Außen- und einen Innendorn. Der Innendorn ist an den Coxa des ersten Beinpaares am längsten. Die Pulvilli sind am ersten Beinpaar länger als an den anderen.

Männchen

Der kleine Körper des Männchens erinnert an den von I.laguri. Sein Rücken ist spärlich mit hellen glänzenden Haaren besetzt.

Die Hörner am der Basis Capituli sind gut entwickelt. Auf dem Hypostom sitzen 7-8 Querreihen von Zähnen. Es erinnert an das von I.ricinus, die Seitenzähne sind aber viel schwächer ausgebildet.

Alle Beincoxa besitzen einen Außen- und einen Innendorn. Die Haare an den Beinen sind auffallend lang.

Nymphe

Das Schild ist länger als breit.

Die Basis Capituli besitzt gut entwickelte Hörner. Die Zähne auf dem Hypostom sind in zwei Doppelreihen angeordnet. Die Pedipalpen sind auf der Außenseite konkav, auf der Innenseite gewölbt.

Alle Beincoxa tragen einen Außendorn, und, bis auf ev. die des 4. Beinpaares auch einen Innendorn. Am ersten Beinpaar sind die beiden Dorne gleichgroß, bei den anderen sind die Außendorne etwas größer.

Larve

Das Scutum ist breiter als lang.

Das Hypostom ist ungefähr in der Mitte am breitesten. Die Zähne stehen in 8 Querreihen zu je zwei Zähnen.

Die Coxa des 1. Beinpaares besitzt einen kleinen Innendorn. Alle Coxa tragen außerdem einen Außendorn

I.redikorzevi kommt auf sicher auf der Krim, in Transkaukasien und in Palästina vor, strahlt vermutlich auch bis nach Südosteuropa aus.

Über die Biologie der Art ist nichts bekannt. Als Wirte kommen Nagetiere, Insekten und Vögel vor.

Es sind zwei Unterarten bekannt: I.redikorzevi ssp. redikorzevi Olenew und I.redikorzevi ssp. emberizae Pomeranzew.


Ixodes ricinus Linné (Waldzecke, Holzbock)

Synonyme: Acarus ricinus Linné, Ixodes reduvius Latreille und so viele weitere, daß ich sie unmöglich alle aufzählen kann.

Weibchen

Gnathosoma und Hypostom von I.ricinus, Weibchen

Scutum von I.ricinus, Weibchen

Hungrige Weibchen hungrig 3,5-4,5mm lang, gelbbraun mit dunkelbraunen Beinen, Gnathosoma und Scutum. Vollgesogen sich hell graubraun färbend und 12-14mm groß.

Scutum rundlich mit gut entwickelten Scapulae. Im vorderen Drittel am breitesten, mehr oder weniger gleichmäßig punktiert und mit verstreuten feinen Haaren bedeckt.

Das Hypostom ist 0,5-0,6mm lang und endet stumpf, nicht spitz. Es ist vorne am breitesten und verschmälert sich zum Körper hin leicht. Die beiden äußersten Reihen von Zähnen (also zwei an jeder Seite) sind bestehen aus spitzen, nach unten gekrümmten Zähnen, die inneren Reihen existieren nur an der Spitze des Hypostoms und bestehen aus stumpfen Zähnen.

Beincoxa von I.ricinus, Weibchen

Bei den Pedipalpen ist das 2. Glied läner als das 3.. Die Außenseite ist gerade, die Innenseite leicht gewölbt.

Die Stigmenplatte ist rundlich mit einem Durchmesser von ca. 0,3mm, Die Stigmenöffnung liegt fast zentral.

Alle Beincoxa mit Außendorn. Die des ersten Beinpaares außerdem mit einem gut entwickelten Innendorn.

Männchen

Gnathosoma und Hypostom von I.ricinus, Männchen

Kleiner als das Weibchen. Das Scutum ist grauschwarz und spärlich mit helleren Haaren bedeckt. Gnathosoma, Beine und Bauchplatten sind dunkelbraun.

Die Basis Capituli ist am breitesten dort, wo die Pedipalpen entspringen. Auf ihr sind keine Hörner vorhanden. Das Hypostom ist ca. 0,25mm lang. Seine Spitze ist stumpf und auffallend ausgerandet (retrahiert). An den Seiten des Hypostoms befinden sich 5 Außenzähne, deren Größe zum Körper hin zunimmt. Die anderen Zähne sind zu zackigen, nach hinten gerichteten Kämmen verbunden, die an den Seitenzähnen anfangen.

Die Bedornung der Beincoxa ist wie bei den Weibchen

Nymphen

Körper ist länglich oval, hellbraun, vollgesogen hell graubraun. Schild, Beine und Gnathosoma sind dunkelbraun. Die Länge beträgt gut 1mm. Die größte Breite hat der Körper kurz vor der Stigmenplatte.

Die Pedipalpen entspringen auffallend seitlich am Gnathosoma. Sowohl ihr äußerer wie ihr innerer Rand verlaufen gerade. Das ca. 0,17mm lange Hypostom ist ungefähr in der Mitte am breitesten. Es endet spitz. Es sind an jeder Seite 12 Seitenzähne vorhanden.

Die Bedornung der Beincoxa ist wie bei den Weibchen.

Larven

Die Larven sind0,5-0,6mm lang und 0,35-0,4mm breit. Am breitesten sind sie am hinteren Ende des mehr oder weniger sechseckigen Scutums. Auf dem Scutum stehen sechs Längsreihen aus je drei Haaren. Die Scapulae sind stumpf.

Die Pedipalpen sind keulenförmig. Die Nahtlinie zwischen dem 2. und dem 3. Glied ist nicht zu erkennen. Die äußere Seite ist mehr oder weniger gerade, die innere gewölbt. Das Hypostom ist ca. 0,13mm lang, mehr oder weniger gleichmäßig dick, mit 9 Reihen aus je 2 Zähnen.

Die Bedornung der Beine ist wie bei den Weibchen, aber natürlich viel kleiner.

Hier sind folgende Arten als Varietäten in I. ricinus eingegliedert:

VarietätSynonyme
var. scapularis Say Ixodes scapularis Say
Ixodes affinis Neumann
Ixodes communis Banks
var. ovatus Neumann Ixodes ovatus Neumann
var. californicusIxodes californicus Banks

Alle drei Varietäten stammen aus der Neuen Welt.

Ixodes ricinus bevorzugt gemäßigtes bis kaltes Klima. Alle bisher gefundenen Exemplaren mit wenigen Ausnahmen stammen von Orten nördlich des 40. Breitengrades. Ihr Hauptverbreitungsgebiet liegt zwischen dem 50. und 60. Breitengrad. Insbesondere in Europa, wo I.ricinus mit Abstand die häufigste Zeckenart ist, und in noch atlantisch beeinflußten Gebiet Westrußlands scheint sie günstige Bedingungen vorzufinden.

Typische Aufenthaltsorte von I.ricinus sind Waldgebiete (und dabei insbesondere Waldränder und offene Wegsäume) und mit Büschen bewachsene offene Flächen. Weiter südwärts ist I.ricinus dann nur noch in feuchteren Gebieten anzutreffen.

I.ricinus ist äußerst wirtsunspezifisch. Alle Stadien saugen an beinahe sämtlichen Säugetieren, die Larven auch an Vögeln, Amphibien oder Reptilien. Die Adulten bevorzugen größere Tiere wie Rinder, Pferde, Schafe, Hunde, Katzen, Hirsche, Rehe, Füchse und Menschen.

In gemäßigten Klimaten gibt es zwei Wellen mit erhöhter Zeckengefahr (gemeint sind Adulte): Frühjahr (April-Mai) und Frühherbst (August-September). Aber auch zu anderen Zeiten, selbst im Dezember kann man bei günstiger Witterung noch Zecken bekommen.


Ixodes rugicollis Schulze & Schlottke

Die Art ähnelt Ixodes texanus.

Weibchen

Scutum von I.rugicollis, Weibchen

Das vollgesogene Weibchen ist länglich, bräunlichrot. Das Scutum verjüngt sich nach hinten und ist unregelmäßig geformt, genauso lang wie breit. Die Zervikalfurchen sind bogenförmig und reichen bis an den Schildrand. In den Seitenfeldern ist es gestreift. Punktierungen sind nur am vorderen und am hinteren Rand zu sehen.

Die Basis Capituli ist breit und, bis auf an den unregelmäßig rundlichen Areae porosae, faltig. Ihre Seitenränder sind parallel. Sie trägt keine Hörner. Die Pedipalpen sind kurz und gedrungen. Das 2. Glied ist länger als das 3.. Das Hypostom ist spitz. Es trägt 11 Seitenzähne. Neben den unteren 6 sitzt ein, neben den oberen zwei spitze Innenzähne.

Die Beincoxa tragen keine Dorne, die des 1. und 2. Beinpaares sind aber zugespitzt. Der Höcker vor dem Hallerschen Organ ist sehr markant.

Nymphen
Ähneln denen von I. hexagonus.

I. rugicolla scheint eine sehr seltene Art Mitteleuropas zu sein. Wirt scheinen Tiere der Gattung Mustela (?) zu sein.


Ixodes sciuricola P.Schulze

Diese Art nur aufgrund zweier Weibchen und einem Männchen beschrieben worden. Ihre Existenz kann deshalb nicht als gesichert betrachtet werden.

Weibchen

Der Körper ist blaßrötlichbraun und oval. Das Scutum ist herzförmig. Die Scapulae sind kräftig und spitz. Es ist gleichmäßig punktiert. Die Zervikalfurchen sind bogenförmig und erreichen den hinteren Rand. Die Seitenfelder sind faltig.

Die Basis Capituli trägt keine Hörner. Ihre Seiten sind parallel. Ihre Vorderkante ragt über die Höhe des 1. Pedipalpengliedes hinaus. Die Areae porosae sind länglichoval und von einer markanten Chitinleiste umgeben. Das Hypostom ist breit und massiv, im vorderen Drittel am breitesten und an der Spitze abgeflacht und etwas eingekerbt. Es trägt 9 Seitenzähne. An der Spitze stehen sehr viele winzige Zähnchen. Ab dem 3. Seitenzahn nach unten gibt es ein breites, zahnfreies Gebiet.

Männchen

Der Körper ist oval, sein Saum tritt markant zutage. Das Scutum ist dicht punktiert. Die Zervikalfurchen sind kurz.

Das Hypostom ist schmal und verjüngt sich zur Spitze hin.

Die Analfurche ist kurz. Die die Genitalfurchen verbindende Querfurche erreicht nicht das vordere Ende der Analfurche.

Die Art wurde bisher nur in Deutschland an Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) gefunden.


Ixodes strigicola Schulze & Schlottke

Ist nur bisher nur sehr schlecht beschrieben:

Weibchen
Das Scutum ist länger als breit. Es ist rötlichgelb. Die Coxa des 1. Beinpaares tragen keinen Innendorn, der Tarsus verjüngt sich plötzlich. Die Innenseite der Pedipalpen ist eckig. Das Hypostom ist stark und dick. Weiter unten fehlen jegliche Innenzähne. Die äußeren 4 größten Seitenzähne sind gleich groß.
Männchen
Auch hier besitzt die Basis Capituli keine Hörner. Das Hypostom ist rudimentär und vorne ausgehöhlt. Die Pedipalpen sind auf der Außenseite gebogen. Die Beine sind gelb.

Die Art wurde bisher nur in Deutschland und Polen auf Eulen gefunden.


Ixodes trianguliceps Birula

Synonyme: Ixodes tenuirostris Neumann, Ixodes nivalis Rondelli, Ixodes heroldi P.Schulze.

Weibchen

Scutum von I.trianguliceps, Weibchen

Hypostom von I.trianguliceps, Weibchen

Das Scutum ist 0,8mm lang, im hinteren Viertel am breitesten. Das Ende ist breit abgerundet. Die Scapulae sind stumpf. Zervikalfurchen fehlen, Lateralfurchen sind lang und laufen an der Schildkante entlang. Die Oberfläche ist glatt und mit nur wenigen Punkten.

Auf der Basis Capituli sitzen kleine, nach hinten gerichtete Hörner. Die Seitenränder der Basis sind gewölbt und laufen zusammen. Die Pedipalpentrochanter bilden eine breite ohrenförmige Platte mit einem spitz endenden Fortsatz, der bis zur Mitte des Hypostoms reicht. Die Areae porosae sind groß und unregelmäßig. Die Pedipalpen sind dünn. Ihre Außenseite ist gerade, die Innenseite des 2. Glieds ist gewölbt, die des 3. stark ausgehöhlt. Das Hypostom ist in Höhe des 6. Seitenzahn am breitesten. Es endet stumpf. Es trägt 9 Seitenzähne, welche stumpf und kaum größer als die Innenzähne sind. Auf dem Hypostom gibt es keine zahnfreie Fläche.

Die Vorderseite des Coxa des 1. Beinpaares ist stark konkav. Dorn sind nicht vorhanden. Die Pulvilli erreichen das Ende der Krallen.

Männchen

Die Männchen sind klein (1,5x0,8mm) und oval und rötlichgelb. Das Schild ist glatt mit nur wenigen Punkten.

Die Basis Capituli wird nach vorne breiter. Das Hypostom ist kurz und breit und trägt an der Spitze 2 Längsreihe mit je 3-4 schuppenförmig angeordneten stumpfen Zähnen. Die Pedipalpen sind kurz und keulenförmig und vorne zusammenneigend.

Die Geschlechtsöffnung ist groß und liegt auf Höhe des 2. Beinpaares. Die Vorderseite der ansonsten runden und großen Stigmenplatte ist vorne gerade abgeschnitten.

Nymphe

Gnathosoma von I.trianguliceps, Nymphe, von 
oben (links) und unten (rechts)

Hungrige Nymphen sind oval. Ihr Scutum ist ungefähr so lang wie breit. Die größte Breite wird hinten erreicht. Die Zervikalfurchen sind undeutlich. Die Lateralfurchen sind tief und erreichen den hinteren Schildrand.

Die Stigmenplatten sind quer gestreckt.

Die Basis Capituli ist kompliziert (s. Bild). Die Seiten des Hypostoms sind parallel und tragen 8 Seitenzähne.

Larve

Der Körper ist eiförmig. Das Scutum ist breiter als lang. Das Gnathosoma gleicht dem der Nymphe. An den Coxa des 1. und 2. Beinpaares sitzt je ein kleiner Außen- wie Innendorn.

Die Art kommt in Mitteleuropa bis nach Rußland vor. Wirte sind kleine Säuger.


Ixodes vespertilionis Koch

Synonyme: Ixodes flavipes Koch, Ixodes troglodytes Schmidt, Eschatocephalus spec., Haemalastor spec, Sarconyssus spec., Ixodes longipes Lucas, Ixodes siculifer Mégnin.

Weibchen

Scutum vom I.vespertilionis, Weibchen

Gnathosoma und Hypostom von I.vespertilionis, Weibchen

Hungrige Weibchen sind 3,5-4mm lang und 2mm breit. Die Beine sind spinnenartig lang und dünn. Die Tarsi sind sehr schmal. Die Tiere sind mit auffallend langen Haaren bedeckt. Das Scutum ist ungefähr in der Mitte am breitesten, ca. 1mm lang. Die Scapulae sind schwach und stumpf. Die hinteren Seitenränder des Scutums sind fast gerade und laufen nach hinten zusammen, so daß das Scutum in einer stumpfen Spitze endet. Auf dem Scutum sind vereinzelte Punkte. Haare sitzen vor allem an den seitlichen Rändern.

Die Basis Capituli hat keine Hörner. Die Pedipalpen sind keulenförmig und an der halbkugeligen Spitze am breitesten. Das Hypostom endet in einer stumpfen Spitze. Am breitesten ist es in Höhe der 3. Seitenzähne (von unten). Es sind an jeder Seite 8 Seitenzähne vorhanden. Seiten- und Innenzähne sind spitz.

Die Stigmenplatte ist oval bis abgerundet rechteckig. Die Stigmenöffnung liegt in einem der schmalen Enden.

Die Beincoxa haben keine Dornen. Sie sind glatt und mit langen Haaren. Die Kapsel des Hallerschen Organs ist offen. Die Pulvilli sind klein.

Männchen

Gnathosoma von I.vespertilionis, Männchen

Das lange und schmale Scutum ist nur schwach pigmentiert und seine Ränder deshalb nur undeutlich zu erkennen. Die Scapulae sind klein und stumpf.

Das Capitulum ist klein. Die Pedipalpen sind klein, gedrungen und keulenförmig mit sehr vielen Haaren. Das Hypostom ist schlecht sichtbar.

Nymphe

Die Pedipalpen sind am Außenrand gerade, am Innenrand gewölbt. Das Hypostom verjüngt sich gleichmäßig zur Spitze hin. Auf jeder Seite sind 8 Seitenzähne vorhanden. Die obersten liegen schuppenförmig übereinander, die Spitzen der folgenden 3 sind leicht nach außen gebogen. Die Spitze des untersten Zahns ist stark einwärts gebogen.

Coxa und Tarsi gleichen denen des Weibchens.

Larve

Die Pedipalpen sind am Ende am breitesten. Die Nahtlinie zwischen 2. und 3. Glied ist nicht zu erkennen. Das Hypostom ist kurz und breit.

I.vespertilionis kommt in ganz Europa vor, außerdem in Nord- und Ostafrika und in der westlichen Hälfte Asiens (bis in den Iran und Sibirien), außerdem in Australien.

Wirtstier sind alle möglichen Arten von Fledermäusen. Über die Biologie ist wenig bekannt. Die Männchen sind praktisch nie saugend an Tieren anzutreffen. Ihr Mageninhalt zeigt aber, daß auch sie saugen. Vermutlich saugen sie ähnlich wie Lederzecken nur einige Minuten bis wenige Stunden.


Ixodes vulpinus P.Schulze

Eine Beschreibung kann nur für die Weibchen gegeben werden. Für diese Art gilt ansonsten dasselbe wie bei I.vulpis.

Weibchen

Gnathosoma und Hypostom von I.vulpinus, Weibchen

Scutum von I.vulpinus, Weibchen

Das Scutum ist herzförmig, ca. 1,5mm lang und im vorderen Drittel am breitesten (1,2mm). Die Zervikalfurchen verlaufen bogenförmig und trennen ziemlich große Seitenfelder ab. Das Mittelfeld ist eng. Das Scutum ist gleichmäßig mit großen und tiefen Punkten bedeckt. Die Scapulae sind spitz.

Die Seitenränder der Basis Capituli gehen nach vorne etwas auseinander und sind wellig. Die Voderkante ist flach und reicht nicht über das 1. Padipalpenglied hinaus. Es befinden sich keine Hörner auf der Basis. Die Areae porosae sind groß und birnenförmig. An ihrem hinteren Rand werden sie von einer Chitinleiste umfaßt. Die Pedipalpen sind lang und für die Untergattung Pholeoixodes relativ dünn. Die Außenseite ist gerade und wellig, die Innenseite gewölbt. Die Nahtlinie zwischen dem 2. und dem 3. Glied ist markant. Das 2. ist länger als das 3.. Das Hypostom ist auffallend schmal und hat parallele Seiten, nur an der Spitze wird es schmaler. Es trägt 11 Seitenzähne. An der Spitze befinden sich zwei Querreihen winziger Zähnchen. Ansonsten steht jedem neben der 9 unteren Seitenzähne ein stumpfer Innenzahn, neben den beiden oberen einer.

Der Höcker auf dem Tarsus des 1. Beinpaares ragt deutlich über das Hallersche Organ hervor. Die Coxa tragen keine Dornen, lediglich die hintere innere Ecke der Coxa des 1. Beinpaares ist zugespitzt und an Stelle des Außendorns gibt es eine stumpfe Erhebung.

Wurde bisher nur an Füchsen in Mitteleuropa (Ungarn) gefunden.


Ixodes vulpis Pagenstecher

Bei der Beschreibung dieser Art sowie von I.autumnalis, I.vulpicola und I.hexagonus hat es ein völlige Chaos gegeben. Ob die Art I.vulpis, so wie sie hier beschrieben ist, wirklich Gültigkeit hat, kann auch bezweifelt werden.

Weibchen

Gnathosoma und Hypostom von I.vulpis, Weibchen

Scutum von I.vulpis, Weibchen

Das Scutum ist herzförmig und im vorderen Drittel am breitesten. Es verjüngt sich nach hinten gleichmäßig. Die Scapulae sind kurz und stumpf. Der hintere Seitenrand ist lang und gerade. Die Zervikalfurchen sind S-förmig gekrümmt. Das Scutum ist gleichmäßig mit feinen Punkten bedeckt.

Die Basis Capituli ist flach, breit und kurz. Es gibt keine Hörner, lediglich an den hinteren seitlichen Enden sitzt nach einer kurzen Einschnürung eine kleine Spitze. Die Areae porosae sind halbkreisförmig, manchmal oval. Die Außenseite der Pedipalpen ist wellig, die Innenseite stark gewölbt. Das Hypostom ist in der Höhe des 4. Seitenzahn am breitesten. An der Spitze befindet sich eine kleine Einkerbung. Es sind 6 oder 7 Seitenzähne vorhanden. Neben den unteren Seitenzähnen sitzt je ein stumpfer, gebogener Innenzahn. Das Ende des Hypostoms ist mit vielen winzigen Zähnchen besetzt.

Die Stigmenplatte ist groß und oval, auf der Bauchseite etwas abgeschnitten. Die Stigmenöffnung ist zur Bauchseite hin verschoben.

An den Beincoxa befinden sich keine Dornen. Der hintere Rand der Coxa ist stark faltig und ab der Mitte nach vorne etwas breiter. Vor dem Hallerschen Organ auf den Tarsi des 1. Beinpaares ragt ein auffälliger Höcker hervor.

Die Art ist in ganz Mitteleuropa verbreitet. Sie schmarotzt auf Füchsen.

by Michael Becker, 10/1998.