Praktische Informationen über Zecken

Wo und wann man sie bekommt

Zecken leben vor allem an Waldrändern, in Waldlichtungen und an waldigen Ufersäumen.

Zecken lassen sich nicht, wie früher viele glaubten, von Bäumen fallen, sondern sie hocken an der Spitze von Gräsern oder Kräutern in einer Höhe von 20cm-30cm(-70cm). Streift man mit der Hose oder mit den Beinen daran vorbei, klammern sie sich an einem fest und suchen sich einen passenden Ort, um sich festzubeißen.

Sie vertragen keine allzugroße Trockenheit. Besonders zahlreich sind sie also, wenn es z.B. am Vortag geregnet hat und nun heiß wird. Man kann sie aber prinzipiell immer bekommen, da die Humusschicht im Wald auch nach längeren Trockenzeiten feucht genug ist.

Streift man durch die Wälder, insbesondere abseits von breit ausgetrampelten Wegen, so ist es ratsam, lange helle Hosen zu tragen und diese ab und zu nach Zecken abzusuchen. Diese kann man dann wegschnippen (sie zu töten ist eine ziemlich zeitraubende und schwierige Sache). Ich selber habe einmal an einem einzigen Nachmittag ca. 10 Stück von meiner Hose entfernt.

Auf jeden Fall sollte man sich zu Hause nochmals untersuchen. Da Zecken erst einige Zeit in der Kleidung herumkrabbeln, sollte man sich zu Hause sofort umziehen und die getragene Kleidung nicht später wieder anziehen.

Wo sie sich festbeißen und wie man sie entfernt

Zecken richten sich bei der Auswahl der Bißstelle nach Wärme, Feuchtigkeit, Geruch und Helligkeit. Praktisch heißt das, sie können sich überall festbeißen. Daß sie sich Stellen aussuchen, die dem Tageslicht ausgesetzt sind (Gesicht, Unterarme) ist mir noch nie passiert, ich möchte es jedoch nicht ausschließen.

Am besten ist es, sich von jemandem anderen am Rücken etc. zu untersuchen lassen. Ansonsten sollte man sich nicht schämen, vor dem Spiegel Verrenkungen zu machen.

Hat man eine Zecke entdeckt, die sich bereits festgebissen hat, so sollte man sie unverzüglich entfernen. Sie vorher mit öl oder Nagellack abzutöten gilt als veraltet, da dadurch eine erhöhte Infektionsgefahr mit den durch Zecken übertragenen Krankheiten besteht. Am besten ist es, die Zecke an der Basis mit den Fingernägeln oder noch besser mit einer Pinzette zu packen und herauszuziehen. Dabei sollte man versuchen, nicht die ganzen Innereien der Zecke in die Wunde zu quetschen, sondern den Leib der Zecke möglich unbeschädigt zu lassen. Daß man sie herausdrehen soll, ist ein Ammenmärchen, da die Mundwerkzeuge symmetrisch sind.

Oft verbleiben beim Entfernen der Zecke Teile ihrer Mundwerkzeuge in der Haut. Diese gehen nach einigen Tagen von selbst heraus. Die Bißstelle juckt, je nachdem, wie gut die Entfernung der Zecke gelungen ist, noch ein paar Tage leicht (nicht stärker als ein Mückenstich). Man sollte sie aber im Auge behalten.

Welche Krankheiten sie übertragen

FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) oder Hirnhautentzündung:

Diese Krankheit wird hier in der Gegend von Bonn nach heutigem Stand der Erkenntnis nicht übertragen. Risikogebiete liegen z.B. in Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg), österreich und der Schweiz, aber auch in Südschweden und -norwegen, Polen u.a., aber auch dort nicht überall. Im Zweifelsfall sollte man sich vor seinem Urlaub erkundigen.

FSME äußert sich oft durch Kopfschmerzen und/oder Fieber (die sog. Sommergrippe). Die Symptome können aber sehr schwach sein. Dennoch ist es wichtig, daß man sich schnell behandeln läßt. Solange die Krankheit noch nicht sehr weit fortgeschritten ist, kann man sich auch nach der Infektion noch impfen lassen. Wird sie zu spät diagnostiziert, kann das bleibende Schäden, wie Lähmung, zur Folge haben.

Gegen FSME kann man sich impfen lassen. Es gibt eine kleine Impfung und eine Langzeitimpfung. Beide bestehen aus drei Teilimpfungen, die über einen Zeitraum von zwei Monaten bzw. einem Jahr verabreicht werden. Die eine Impfung hält 1-2Jahre, die andere ca. 5 Jahre. Geimpft wird mit abgeschwächten Viren, d.h. die Impfung ist nicht völlig risikofrei. Außer bei besonderen Risiken zahlt die Krankenkasse, soweit ich weiß nicht. Eine vollständige Impfung kostet 3 mal 46DM.

Lyme-Borreliose:

Die Borreliose ist eine Bakterienerkrankung, die sich oft, aber nicht immer, durch eine kreis- oder ringförmige Rötung um die Bißstelle ankündigt. Diese Rötung kann anfangen, ihre Lage zu verändern (sog. Wanderröte). Die Borreliose kann durch Antibiotika behandelt werden, kann aber, wenn sie nicht behandelt wird, ebenfalls schwerwiegende Folgen haben.

In Europa gibt es mehrere Stämme des Bakteriums, weshalb die Symptome recht unterschiedlich sein können. Außerdem hat dies die Folge, daß es hier, im Gegensatz zu Amerika, noch keine Impfung gibt.

Die Borreliose ist in vermutlich in ganz Deutschland verbreitet. Man schätzt, daß ca. 4% der Zecken mit Borreliose infiziert sind.

Die Bakterien leben im Verdauungstrakt der Zecke und brauchen nach dem Biß der Zecke ca. 24h (die Angaben, die ich gefunden habe, schwanken allerdings beträchltlich), um in den Blutkreislauf des Menschen zu gelangen. Deshalb ist es wichtig, Zecken so schnell wie möglich zu entfernen.

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Für sämtliche Informationen dieser Datei übernehme ich keinerlei Garantie.

by Michael Becker, 1997. Letzte Änderung: 12/2001