Das Wichtigste über Zecken

Systematik

Zoologisch gesehen gehören die Zecken (ihr Fachname ist Ixodida) zu den Milben (Acari). Sie unterscheiden sich von den anderen Milben z.B. durch die Lage der Tracheenöffnungen. Die Tracheen sind die Atmungsorgane. Bei den Zecken liegen die Atemöffnungen auf dem Bauch zwischen dem dritten oder dem vierten Beinpaar.

Der Holzbock, eine Schildzecke

Es gibt zwei große Gruppen von Zecken: Schildzecken und Lederzecken. Schildzecken sehen recht gut gepanzert aus, weil sie am Rücken ein hartes Schild, das sog. Scutum tragen. Auf dem Bild rechts sieht man das Tier, welches man hier in Deutschland üblicherweise einfach als "Zecke" bezeichnet: Sein lat. Name ist Ixodes ricinus. Es heißt auch Holzbock oder Waldzecke. Beim Weibchen (links) kann man sehr gut das dunkle Scutum auf dem Rücken sehen. Beim Männchen (rechts) ist der ganze Rücken vom Scutum bedeckt.

Die Lederzecken haben dagegen kein hartes Rückenschild, sondern sehen flach, lederartig, und ein wenig runzlig aus. Hier in Deutschland gibt es nicht viele Lederzecken, und diese saugen meist an Vögeln. In der Datei über die Systematik findet sich eine Tabelle mit Unterschieden zwischen Schild- und Lederzecken.

Entwicklung von Schildzecken, und wie sie ihre Opfer finden

Wenn eine Zecke aus ihrem Ei schlüpft, ist sie eine Larve. Sie sucht sich einen Wirt, an dem sie sich festsaugt und vollsaugt. Dann läßt sie sich abfallen und häutet sich. Heraus kommt das zweite Entwicklungsstadium: Die Nymphe. Auch diese sucht sich nun einen Wirt, saugt sich voll, läßt sich fallen und häutet sich nun zum fertigen, geschlechtsreifen Tier, dem sog. Adulten.

Auch die Adulten suchen sich nocheinmal einen Wirt. Nach dem Blutmahl legen die Weibchen viele Eier (meist mehrere Tausend) und sterben dann. Die Männchen sterben nach der Begattung. Schildzeckenmännchen saugen bei manchen Arten, bei anderen nicht.

Oben auf dem Bild (links) kann man übrigens recht gut sehen, wie der Holzbock seine Opfer findet: Er krabbelt an die Spitze eines Grashalms oder eines Blattes. Dort wartet er, bis ein Opfer vorbeistreift, und krallt sich an ihm fest. Danach sucht er sich auf seinem Opfer eine geeignete Stelle zum Saugen.

Daß das Tier auf dem Bild seine Vorderbeine nach oben reckt, hat auch noch einen anderen Grund: An der Spitze dieser Beine befindet sich ein Geruchsorgan, das es nur bei Milben gibt: das sog. Hallersche Organ.

Die Mundwerkzeuge von Zecken

Mundwerkzeuge des Holzbocks

Den Mundbereich bei Zecken kann man rechts auf dem Bild sehen. Er ist vom Rest des Körpers abgegliedert und nennt sich Gnathosoma oder auch Capitulum. Er ist aber nicht der Kopf, sondern nur der Mund. Das Gnathosoma besteht aus folgenden wichtigsten Teilen:

Ganz rechts und links sieht man die keulenförmigen Pedipalpen. Sie dienen zum Tasten. Weiter innen folgen zwei Cheliceren, die an der Spitze scharfe Zähnchen haben, mit denen sie die Haut des Opfers aufschneiden können. Ist das geschehen, so kann das zungenförmige Teil in der Mitte, das sog. Hypostom (im Bild: Clava) in die Wunde eindringen. Das Hypostom ist vor allem auf der Unterseite mit Widerhaken besetzt, so daß man eine Zecke, hat sie sich einmal festgebissen, nicht mehr herausziehen kann, ohne sie zu zerreißen. Wie schrecklich die Widerhaken in Wirklichkeit aussehen, kann man am besten auf der Elektronen-Mikroskop-Aufnahme sehen.

by Michael Becker, 10/1998.